Ug-Wert – kurz erklärt
Der Ug-Wert (g = glazing) gibt an, wie viel Wärme ausschließlich durch die Glasfläche eines Fensters verloren geht. Die Einheit ist W/(m²K). Moderne Dreifachverglasungen erreichen Ug-Werte von 0,5 bis 0,7 W/(m²K) und dämmen damit rund fünfmal besser als einfaches Isolierglas aus den 1990er-Jahren.
Was ist der Ug-Wert bei Fenstern?
Der Ug-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung. Das Kürzel „g“ steht für das englische „glazing“ (Verglasung). Er misst, wie viel Heizwärme pro Quadratmeter Glasfläche bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin nach außen entweicht. Je niedriger der Wert, desto weniger Wärme geht durch das Glas verloren.
Für Bauherren und Renovierer ist der Ug-Wert ein wichtiger Orientierungswert bei der Wahl der Verglasung. Er zeigt, wie leistungsfähig das Glas allein dämmt, und ist einer der drei Bausteine, aus denen der Uw-Wert des gesamten Fensters berechnet wird.
Wie erreicht Fensterglas niedrige Ug-Werte?
Die Wärmedämmung einer Verglasung beruht auf zwei Prinzipien: den Gasfüllungen zwischen den Glasscheiben und den unsichtbaren Beschichtungen auf den Glasoberflächen. Bei einer Zweifachverglasung befinden sich zwei Scheiben mit einem gasgefüllten Scheibenzwischenraum (SZR), bei Dreifachverglasung drei Scheiben mit zwei Zwischenräumen.
Die Scheibenzwischenräume sind mit Edelgasen wie Argon oder Krypton gefüllt, die deutlich schlechter Wärme leiten als Luft. Zusätzlich tragen hauchdünne Low-E-Beschichtungen (Low Emissivity) auf den Glasoberflächen dazu bei, Wärmestrahlung zurück in den Raum zu reflektieren, statt sie nach außen durchzulassen. Erst die Kombination beider Technologien ermöglicht die sehr niedrigen Ug-Werte moderner Verglasungen.
Übrigens: Eine Low-E-Beschichtung ist nur wenige Nanometer dünn und mit bloßem Auge nicht erkennbar. Trotzdem reflektiert sie bis zu 95 Prozent der Wärmestrahlung zurück in den Raum und ist damit das wichtigste Element für die Glasdämmung.
Ug-Werte im Vergleich: Von Einfachglas bis Dreifachverglasung
Die Entwicklung der Verglasungstechnik hat den Ug-Wert in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gesenkt. Einfachglas ohne Beschichtung liegt bei einem Ug-Wert von etwa 5,8 W/(m²K). Unbeschichtetes Isolierglas aus den 1980er-Jahren erreicht rund 2,8 bis 3,0 W/(m²K). Zweifachverglasung mit einer Low-E-Beschichtung und Argonfüllung kommt auf 1,0 bis 1,1 W/(m²K). Dreifachverglasung mit zwei Low-E-Beschichtungen und Argonfüllung erreicht 0,5 bis 0,7 W/(m²K). Premium-Dreifachglas mit Kryptonfüllung kann sogar unter 0,5 W/(m²K) liegen.
Zusammenhang zwischen Ug-Wert und Uw-Wert
Der Ug-Wert beschreibt nur die Glasfläche. Für die energetische Bewertung des gesamten Fensters ist jedoch der Uw-Wert entscheidend, der auch den Rahmen (Uf-Wert) und den Glasrandverbund (Psi-Wert) berücksichtigt. Da der Rahmen in der Regel schlechter dämmt als modernes Glas, liegt der Uw-Wert immer über dem Ug-Wert.
Ein Beispiel: Eine Dreifachverglasung mit Ug 0,6 W/(m²K) ergibt in Kombination mit einem hochwertigen Kunststoffprofil (Uf 1,1) und Warme-Kante-Abstandhalter einen Uw-Wert von etwa 0,8 W/(m²K). In einem einfacheren Profil (Uf 1,4) könnte derselbe Glasaufbau einen Uw-Wert von 1,0 W/(m²K) ergeben. Das zeigt: Der Ug-Wert allein sagt nicht aus, wie gut das Fenster insgesamt dämmt.
Vorteile moderner Verglasungen mit niedrigem Ug-Wert
Verglasungen mit niedrigem Ug-Wert reduzieren den Wärmeverlust durch die Glasfläche erheblich. Da das Glas bei einem typischen Fenster rund 70 bis 80 Prozent der Gesamtfläche ausmacht, hat der Ug-Wert einen großen Einfluss auf die Energiebilanz des Hauses. Weniger Wärmeverlust bedeutet weniger Heizenergie und damit niedrigere Kosten.
Ein weiterer Vorteil: Glas mit niedrigem Ug-Wert hat an der raumseitigen Oberfläche eine deutlich höhere Temperatur. Während bei altem Isolierglas die Innenscheibe im Winter nur 9 bis 12 Grad warm wird, erreicht eine Dreifachverglasung 16 bis 18 Grad. Das verhindert Kondenswasser, reduziert Kaltluftabfall und verbessert den Behaglichkeitskomfort erheblich.
Der Wechsel von einer alten Zweifachverglasung (Ug 2,8) auf eine moderne Dreifachverglasung (Ug 0,6) reduziert den Wärmeverlust durch das Glas um rund 80 Prozent. Bei einem Einfamilienhaus mit 15 Quadratmetern Glasfläche spart das mehrere hundert Euro Heizkosten pro Jahr.
Worauf sollten Sie beim Ug-Wert achten?
Der Ug-Wert ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, sollte aber nie isoliert betrachtet werden. Entscheidend für die Gesamtdämmung ist der Uw-Wert, der auch den Rahmen und den Glasrand einbezieht. Achten Sie beim Angebotsvergleich darauf, ob der genannte Wert ein Ug- oder ein Uw-Wert ist. Manche Anbieter nennen nur den besseren Ug-Wert, was ein verzerrtes Bild ergibt.
Beachten Sie außerdem den Zusammenhang von Ug-Wert und g-Wert. Je mehr Beschichtungen auf dem Glas liegen, desto niedriger wird der Ug-Wert, aber gleichzeitig sinkt auch der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad). Das bedeutet: Weniger Sonnenwärme gelangt ins Haus. Ein guter Kompromiss zwischen Wärmedämmung und solarem Gewinn ist bei Dreifachverglasungen mit einem Ug-Wert um 0,6 und einem g-Wert um 0,50 bis 0,55 gegeben.
Vorsicht: Vergleichen Sie Ug-Werte nur bei identischem Glasaufbau und gleicher Gasfüllung. Ein Ug-Wert mit Kryptonfüllung ist nicht direkt mit einem Argon-Wert vergleichbar, da Krypton besser dämmt, aber auch deutlich teurer ist.
Tipp: Lassen Sie sich den Glasaufbau Ihres Fensters im Detail erklären: Anzahl der Scheiben, Gasfüllung, Position der Low-E-Beschichtungen und Art der Abstandhalter. So können Sie verschiedene Angebote fundiert vergleichen.
Häufige Fragen zum Ug-Wert
Standard-Dreifachverglasungen mit zwei Low-E-Beschichtungen und Argonfüllung erreichen Ug-Werte zwischen 0,5 und 0,7 W/(m²K). Mit Kryptonfüllung statt Argon sind Werte unter 0,5 W/(m²K) möglich. Für die meisten Wohngebäude bietet Argon-gefüllte Dreifachverglasung mit Ug 0,6 das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Moderne Zweifachverglasungen mit Low-E-Beschichtung und Argon erreichen Ug-Werte um 1,0 bis 1,1 W/(m²K). In Kombination mit einem guten Rahmen lässt sich damit ein Uw-Wert von etwa 1,2 bis 1,3 W/(m²K) erzielen, was die GEG-Anforderung bei Sanierung gerade erfüllt. Für KfW-Förderung oder Neubauten nach aktuellem Standard ist jedoch Dreifachverglasung die bessere Wahl.
Bei neueren Fenstern ist der Ug-Wert oft auf einem kleinen Aufkleber im Scheibenzwischenraum vermerkt oder im Fensterpass dokumentiert. FeBa-Fenster mit FeBa.ID bieten einen digitalen Fensterpass, in dem alle Leistungswerte hinterlegt sind. Bei älteren Fenstern ohne Kennzeichnung kann ein Fachbetrieb den ungefähren Wert anhand des Glasaufbaus und des Baujahrs einschätzen.
In den meisten Fällen ja. Der Aufpreis für Dreifachverglasung beträgt pro Fenster oft nur 30 bis 60 Euro, senkt den Ug-Wert aber von rund 1,1 auf 0,6 W/(m²K). Die bessere Dämmung zahlt sich über die Lebensdauer des Fensters durch niedrigere Heizkosten aus. Zusätzlich eröffnet Dreifachverglasung den Zugang zu KfW-Fördermitteln, die den Aufpreis mehr als ausgleichen können.
Zusammenfassung: Das sollten Sie über den Ug-Wert wissen
Der Ug-Wert misst den Wärmeverlust durch die Glasfläche in W/(m²K). Moderne Dreifachverglasungen erreichen 0,5 bis 0,7, Zweifachglas etwa 1,0 bis 1,1. Low-E-Beschichtungen und Edelgasfüllungen sind die Schlüsseltechnologien für niedrige Ug-Werte. Der Ug-Wert ist ein wichtiger Baustein des Uw-Werts, sollte aber nie allein für die Fensterbewertung herangezogen werden. Achten Sie immer auf das Gesamtpaket aus Verglasung, Rahmen und Glasrandverbund.
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