Durchwurfhemmende Verglasung

Durchwurfhemmende Verglasung: Schutz gegen Steinwurf und Vandalismus

Durchwurfhemmende Verglasung – kurz erklärt

Durchwurfhemmende Verglasung ist Sicherheitsglas, das gegen geworfene Gegenstände wie Steine oder Pflastersteine schützt. Sie wird nach DIN EN 356 in die Klassen P1A bis P5A eingeteilt und mit einer fallenden Stahlkugel geprüft. Ab der Widerstandsklasse RC 2 ist durchwurfhemmende Verglasung bei einbruchhemmenden Fenstern Standard.

Was ist durchwurfhemmende Verglasung?

Durchwurfhemmende Verglasung bezeichnet Sicherheitsglas aus Verbundsicherheitsglas (VSG), das dem Aufprall geworfener Gegenstände standhält, ohne eine durchstiegsfähige Öffnung freizugeben. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN 356 mit einer 4,11 kg schweren Stahlkugel, die aus definierter Höhe auf die Verglasung fallen gelassen wird. Je nach Klasse muss das Glas drei aufeinanderfolgenden Aufprällen widerstehen.

Für Hausbesitzer ist durchwurfhemmende Verglasung die gängigste Form des Einbruchschutzes bei Fenstern. Die Polizei empfiehlt für Privathaushalte mindestens Fenster der Klasse RC 2, die eine durchwurfhemmende Verglasung der Klasse P4A voraussetzen. Damit wird die häufigste Einbruchsmethode erschwert: das Einschlagen der Scheibe, um an den Fenstergriff zu gelangen.

Schutzklassen P1A bis P5A nach DIN EN 356

Die DIN EN 356 definiert fünf Klassen der Durchwurfhemmung. Die Prüfung erfolgt jeweils mit einer Stahlkugel (4,11 kg), die aus unterschiedlicher Fallhöhe auf die Verglasung trifft:

Klasse P1A wird aus 1,5 m Höhe geprüft (3 Aufschläge im Dreieck). Klasse P2A aus 3 m Höhe, Klasse P3A aus 6 m Höhe. Bei den Klassen P4A und P5A wird die Kugel ebenfalls aus 9 m Höhe fallen gelassen, wobei P4A drei Mal drei Treffer (insgesamt 9) und P5A drei Mal drei Treffer in gleicher Position erfordert. Bei keiner Prüfung darf die Kugel vollständig durch das Glas dringen.

Übrigens: Die Fallhöhe von 9 m bei der Prüfung der Klasse P4A entspricht einer Aufprallenergie von rund 360 Joule. Das ist vergleichbar mit einem 2-kg-Pflasterstein, der aus etwa 18 m Höhe auf die Scheibe fällt. Dieser Wert zeigt, welche Kräfte eine P4A-Verglasung aushalten muss.

Aufbau von durchwurfhemmendem Glas

Durchwurfhemmende Verglasung basiert auf Verbundsicherheitsglas (VSG). Zwei oder mehr Glasscheiben werden mit einer oder mehreren PVB-Folienlagen zu einem festen Verbund laminiert. Für die Klasse P1A genügt in der Regel ein einfacher VSG-Aufbau mit einer Folienlage. Für P4A werden dagegen zwei oder mehr Folienlagen benötigt, um den höheren Anforderungen zu genügen.

Im Isolierglasaufbau wird die durchwurfhemmende VSG-Scheibe als Außenscheibe eingesetzt, da der Angriff von außen erfolgt. Die Innenseite kann aus normalem Floatglas oder ESG bestehen. Der gesamte Glasaufbau ist je nach Schutzklasse 30 bis 40 mm dick und benötigt ein Fensterprofil mit ausreichender Bautiefe.

Unterschied zu durchbruchhemmender Verglasung

Durchwurfhemmende Verglasung (P1A-P5A) schützt gegen geworfene Gegenstände. Durchbruchhemmende Verglasung (P6B-P8B) muss dagegen einem gezielten, andauernden Angriff mit einer Axt standhalten. Die Schutzanforderung ist bei der Durchbruchhemmung deutlich höher. Für die meisten Privathaushalte genügt die durchwurfhemmende Klasse P4A im Rahmen eines RC-2-Fensters.

Vorteile durchwurfhemmender Verglasung für Ihr Zuhause

Der wichtigste Vorteil ist der wirksame Einbruchschutz. Rund ein Drittel aller Einbruchsversuche erfolgt über das Fenster, häufig durch Einschlagen oder Aufhebeln der Scheibe. Durchwurfhemmende Verglasung erschwert diese Methode erheblich, da die Scheibe auch nach mehrfachem Aufprall intakt bleibt und keine durchstiegsfähige Öffnung entsteht.

Darüber hinaus schützt durchwurfhemmendes Glas auch bei Vandalismus, Unwetter (Hagel) und versehentlichem Aufprall vor Verletzungen und Sachschäden. Die FeBa Fensterbau GmbH bietet mit der protect+-Ausstattung und der bewährten FeBa-Kralle Sicherheitslösungen, die durchwurfhemmende Verglasung mit verstärkten Beschlägen und speziellen Sicherheitsschließstücken kombinieren.

Einbruchhemmende Fenster ab RC 2 mit durchwurfhemmender Verglasung werden von der KfW im Rahmen des Einbruchschutzes gefördert. Die Polizei empfiehlt RC 2 als Mindeststandard für Privathaushalte. Die Investition in Sicherheitsverglasung kann sich auch durch günstigere Versicherungsprämien rechnen.

Worauf sollten Sie bei durchwurfhemmender Verglasung achten?

Wie bei der durchbruchhemmenden Verglasung gilt auch hier: Die Verglasung allein macht kein sicheres Fenster. Entscheidend ist die Widerstandsklasse (RC-Klasse) des gesamten Fensters, die Rahmen, Beschläge, Verglasung und Montage umfasst. Achten Sie darauf, dass Ihre Fenster nach DIN EN 1627 als Gesamtsystem geprüft und zertifiziert sind.

Auch die fachgerechte Montage spielt eine entscheidende Rolle. Ein RC-2-Fenster, das nicht ordnungsgemäß im Mauerwerk befestigt ist, kann seine Schutzwirkung nicht entfalten. Lassen Sie die Montage von einem geschulten Fachbetrieb durchführen.

Vorsicht: Fenster der Klasse RC 2N verwenden statt durchwurfhemmender Verglasung nur Standardglas. Dadurch wird zwar der Rahmen gegen Aufhebeln gesichert, die Scheibe bietet aber keinen Schutz gegen Einschlagen. Für einen vollständigen Einbruchschutz empfiehlt die Polizei die Klasse RC 2 (ohne „N“) mit P4A-Verglasung.

Tipp: Lassen Sie sich von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle kostenlos beraten, welche Schutzklasse für Ihr Gebäude empfohlen wird. Die Beratung ist neutral, kostenlos und berücksichtigt die individuelle Einbruchsgefährdung Ihres Standorts.

Häufige Fragen zu durchwurfhemmender Verglasung

Die Polizei empfiehlt für Privathaushalte Fenster der Widerstandsklasse RC 2, die eine durchwurfhemmende Verglasung der Klasse P4A voraussetzt. Für besonders exponierte Objekte oder auf Wunsch nach höherem Schutz kann RC 3 mit Verglasung P5A gewählt werden. Durchbruchhemmende Verglasung (P6B und höher) ist für Wohngebäude in der Regel nicht erforderlich.

Nein, durchwurfhemmende Verglasung sieht von außen und innen wie normales Isolierglas aus. Die Sicherheitsfolie zwischen den Scheiben ist transparent und beeinträchtigt weder die Durchsicht noch die Lichtdurchlässigkeit. Einziger sichtbarer Unterschied: Die Scheibe ist etwas dicker als bei Standardverglasung, was aber im eingebauten Zustand nicht auffällt.

Ein reiner Glastausch auf durchwurfhemmendes Glas ist technisch möglich, bringt aber allein keinen zertifizierten Einbruchschutz. Denn auch Rahmen, Beschläge und Montage müssen die Anforderungen der RC-Klasse erfüllen. Für einen wirksamen Einbruchschutz empfiehlt sich daher in der Regel der Austausch gegen ein komplett geprüftes RC-Fenster.

RC 2 erfordert eine durchwurfhemmende Verglasung der Klasse P4A, RC 2N verzichtet auf diese Anforderung und erlaubt Standardverglasung. Dafür sind Rahmen und Beschläge bei beiden Klassen gleich gesichert. Die Polizei empfiehlt RC 2 (mit Sicherheitsverglasung), da bei RC 2N die Scheibe als Schwachstelle verbleibt und leicht eingeschlagen werden kann.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über durchwurfhemmende Verglasung wissen

Durchwurfhemmende Verglasung (P1A bis P5A nach DIN EN 356) schützt gegen geworfene Gegenstände und ist die gängigste Sicherheitsverglasung für Privathaushalte. Für den empfohlenen Einbruchschutz nach RC 2 ist mindestens die Klasse P4A erforderlich. Entscheidend ist die RC-Klassifizierung des gesamten Fensters, nicht die Verglasung allein. Achten Sie auf RC 2 (nicht RC 2N) und lassen Sie die Montage vom Fachbetrieb durchführen.

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