Durchbruchhemmende Verglasung – kurz erklärt
Durchbruchhemmende Verglasung ist Sicherheitsglas, das gezielten Angriffen mit Werkzeug standhält. Sie wird nach DIN EN 356 in die Klassen P6B, P7B und P8B eingeteilt und muss einer definierten Anzahl von Axthieben widerstehen. Durchbruchhemmende Verglasungen kommen bei einbruchhemmenden Fenstern ab der Widerstandsklasse RC 4 zum Einsatz.
Was ist durchbruchhemmende Verglasung?
Durchbruchhemmende Verglasung bezeichnet Sicherheitsglas, das so konstruiert ist, dass es einem gezielten Angriff mit schwerem Werkzeug (z. B. Axt oder Vorschlaghammer) für eine definierte Zeit standhält. Sie bildet die höchste Stufe der Glaswiderstandsklassen nach DIN EN 356 und geht deutlich über die Anforderungen an durchwurfhemmendes Glas hinaus.
Für Hausbesitzer ist durchbruchhemmende Verglasung dann relevant, wenn ein besonders hohes Sicherheitsniveau gewünscht oder gefordert ist, etwa bei Objekten mit erhöhtem Schutzbedarf, in Gebieten mit hoher Einbruchsrate oder bei Versicherungsvorgaben. Sie ist ein zentraler Bestandteil von Fenstern und Türen ab der Widerstandsklasse RC 4.
Schutzklassen nach DIN EN 356: P6B bis P8B
Die DIN EN 356 unterscheidet bei der Durchbruchhemmung drei Klassen. Die Prüfung erfolgt mit einer Axt, die aus einer definierten Höhe auf die Verglasung geschlagen wird. Die Anforderungen im Überblick:
Klasse P6B erfordert, dass die Verglasung nach 30 bis 50 Axthieben noch keinen durchstiegsfähigen Durchbruch aufweist. Klasse P7B erhöht die Anforderung auf 51 bis 70 Axthiebe. Die höchste Klasse P8B verlangt Widerstand gegen mehr als 70 Axthiebe. Bei allen Klassen muss die geschaffene Öffnung eine Mindestgröße von 400 x 400 mm erreichen, bevor der Durchbruch als „geschafft“ gilt.
Übrigens: Die Prüfung nach DIN EN 356 simuliert einen realistischen Einbruchsversuch. Statistiken zeigen, dass die meisten Einbrecher nach 2 bis 5 Minuten aufgeben. Durchbruchhemmende Verglasung der Klasse P6B hält einem Angriff deutlich länger stand als diese Zeitspanne.
Aufbau von durchbruchhemmendem Glas
Durchbruchhemmende Verglasungen bestehen aus mehreren Glasscheiben, die mit mehreren Lagen Sicherheitsfolie (PVB oder Ionoplast) zu einem Verbund laminiert sind. Je höher die Schutzklasse, desto mehr Scheiben und Folienlagen werden verwendet. Ein typischer Aufbau für P6B besteht aus mehreren Floatglasscheiben mit insgesamt vier bis sechs PVB-Folienlagen. Für P8B können es acht oder mehr Folienlagen sein, was den Glasaufbau dicker und schwerer macht.
Der Gesamtaufbau einer durchbruchhemmenden Verglasung im Isolierglas kann 40 mm und mehr betragen. Das stellt Anforderungen an die Bautiefe des Fensterprofils und die Tragfähigkeit der Beschläge. Hochwertige Fenstersysteme mit großer Bautiefe, wie die NovoLife-88-Profile, sind dafür ausgelegt, solche Glasaufbauten sicher aufzunehmen.
Unterschied zu durchwurfhemmender Verglasung
Durchwurfhemmende Verglasung (Klassen P1A bis P5A) wird mit einer fallenden Stahlkugel geprüft und schützt gegen geworfene Gegenstände. Durchbruchhemmende Verglasung (P6B bis P8B) muss dagegen einem gezielten, andauernden Angriff mit einer Axt standhalten. Der Schutzgrad ist damit erheblich höher. In der Praxis beginnt der polizeilich empfohlene Einbruchschutz für Privathaushalte bei RC 2 mit durchwurfhemmender Verglasung (P4A), während durchbruchhemmende Verglasung erst bei RC 4 und höher vorgeschrieben ist.
Vorteile durchbruchhemmender Verglasung für den Einbruchschutz
Durchbruchhemmende Verglasung bietet das höchste Schutzniveau, das bei Fensterverglasungen erreichbar ist. Selbst entschlossene Täter mit schwerem Werkzeug benötigen eine erhebliche Zeit, um die Verglasung zu überwinden. Dieser Zeitvorteil ist entscheidend, denn die meisten Einbrecher brechen den Versuch ab, wenn der Zugang nicht innerhalb weniger Minuten gelingt.
Darüber hinaus bietet durchbruchhemmendes Glas auch im Schadensfall Schutz: Die Folienschichten halten die Glassplitter zusammen, sodass keine scharfkantigen Bruchstücke in den Raum fallen. Die FeBa Fensterbau GmbH bietet mit der highprotect-Ausstattung einbruchhemmende Fenster und Türen, die je nach Anforderung mit durchbruch- oder durchwurfhemmender Verglasung ausgestattet werden können.
Einbruchhemmende Fenster und Türen ab RC 2 werden von der KfW gefördert. Die Polizei empfiehlt für Privathaushalte mindestens die Widerstandsklasse RC 2, für exponierte Objekte RC 3 oder höher. Eine Beratung durch die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist kostenlos und kann helfen, den richtigen Schutzgrad zu bestimmen.
Worauf sollten Sie bei durchbruchhemmender Verglasung achten?
Durchbruchhemmende Verglasung ist nur so sicher wie das schwächste Glied im Fenstersystem. Es nützt wenig, ein P6B-Glas in einen ungesicherten Fensterrahmen einzusetzen. Entscheidend ist die Widerstandsklasse (RC-Klasse) des gesamten Fensters, die Verglasung, Rahmen, Beschläge und Montage einschließt. Achten Sie darauf, dass das Fenster als Gesamtsystem geprüft und zertifiziert ist.
Vorsicht: Durchbruchhemmende Verglasung allein macht kein einbruchhemmendes Fenster. Wenn der Beschlag oder der Rahmen nachgibt, bevor das Glas versagt, ist der Einbruchschutz hinfällig. Bestehen Sie bei Sicherheitsfenstern immer auf eine RC-Klassifizierung des Gesamtfensters nach DIN EN 1627.
Tipp: Für die meisten Privathaushalte empfiehlt die Polizei Fenster der Klasse RC 2 mit durchwurfhemmender Verglasung (P4A). Durchbruchhemmende Verglasung (P6B und höher) ist vor allem für gewerbliche Objekte, Juweliere, Banken oder besonders exponierte Privathäuser sinnvoll. Ihr Fachhändler kann den passenden Schutzgrad für Ihre Situation empfehlen.
Häufige Fragen zu durchbruchhemmender Verglasung
Durchbruchhemmende Verglasung der Klasse P6B ist ab der Widerstandsklasse RC 4 vorgeschrieben. RC 2 verlangt mindestens P4A (durchwurfhemmend), RC 3 ebenfalls P5A. Für Privathaushalte ist RC 2 in der Regel ausreichend, sodass durchbruchhemmende Verglasung hier selten benötigt wird.
Der reine VSG-Verbund einer durchbruchhemmenden Verglasung ist je nach Klasse etwa 20 bis 35 mm dick. Im Isolierglasaufbau (mit Scheibenzwischenraum und weiterer Scheibe) kann der Gesamtaufbau 45 mm und mehr betragen. Das erfordert ein Fensterprofil mit entsprechend großer Bautiefe und belastbare Beschläge.
Eine Nachrüstung bestehender Fenster mit durchbruchhemmender Verglasung ist selten sinnvoll, da auch Rahmen und Beschläge die erhöhten Anforderungen erfüllen müssen. In der Regel ist ein kompletter Austausch gegen ein geprüftes RC-Fenster die bessere und wirtschaftlichere Lösung, da nur das Gesamtsystem den zertifizierten Einbruchschutz bietet.
Durchbruchhemmende Verglasung ist deutlich teurer als Standardverglasung. Je nach Klasse und Größe kann der Aufpreis für die Verglasung allein mehrere Hundert Euro pro Quadratmeter betragen. Da aber auch verstärkte Beschläge und ein spezieller Rahmen erforderlich sind, empfiehlt es sich, Angebote für das gesamte Sicherheitsfenster einzuholen.
Zusammenfassung: Das sollten Sie über durchbruchhemmende Verglasung wissen
Durchbruchhemmende Verglasung (P6B bis P8B nach DIN EN 356) widersteht gezielten Angriffen mit Werkzeug und bietet das höchste Schutzniveau bei Fensterverglasungen. Sie ist ab der Widerstandsklasse RC 4 vorgeschrieben und besteht aus mehreren Glasscheiben mit zahlreichen Folienlagen. Für Privathaushalte empfiehlt die Polizei in der Regel RC 2 mit durchwurfhemmender Verglasung. Entscheidend ist immer die RC-Klasse des Gesamtfensters, nicht die Verglasung allein.
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