Dreifach-Wärmedämmglas

Dreifach-Wärmedämmglas: Aufbau, Dämmwerte und wann es sich lohnt

Dreifach-Wärmedämmglas – kurz erklärt

Dreifach-Wärmedämmglas besteht aus drei Glasscheiben mit zwei gasgefüllten Zwischenräumen und speziellen Low-E-Beschichtungen. Es erreicht Ug-Werte von bis zu 0,5 W/(m²K) und ist damit die leistungsfähigste Standardverglasung für Wohngebäude. Im Neubau ist Dreifachverglasung heute der Standard, bei Sanierungen wird sie zunehmend zur bevorzugten Wahl.

Was ist Dreifach-Wärmedämmglas?

Dreifach-Wärmedämmglas ist eine Isolierverglasung aus drei Glasscheiben, die durch zwei hermetisch abgedichtete, gasgefüllte Zwischenräume getrennt sind. Auf zwei der Scheiben befindet sich jeweils eine hauchdünne Low-E-Beschichtung (Low Emissivity), die Wärmestrahlung reflektiert. Diese Kombination aus drei Scheiben, doppelter Gasfüllung und zweifacher Beschichtung macht Dreifach-Wärmedämmglas zum aktuellen Maßstab bei der Fensterdämmung.

Für Bauherren und Renovierer stellt sich häufig die Frage, ob sich die Investition in Dreifachverglasung gegenüber der günstigeren Zweifachverglasung lohnt. Die Antwort hängt von der Einbausituation, den energetischen Zielen und der Förderfähigkeit ab.

Aufbau und Funktionsweise der Dreifachverglasung

Ein typischer Aufbau einer Dreifachverglasung lautet beispielsweise 4/16/4/16/4. Das bedeutet: drei Floatglasscheiben à 4 mm Dicke, getrennt durch zwei Zwischenräume à 16 mm. Der gesamte Glasaufbau misst damit 44 mm und benötigt ein Fensterprofil mit entsprechender Bautiefe, in der Regel ab 80 mm.

Die Zwischenräume sind mit Argon oder Krypton gefüllt. Argon ist die Standardfüllung und reduziert die Wärmeleitung im Scheibenzwischenraum um rund 30 Prozent gegenüber Luft. Die Low-E-Beschichtungen auf den raumseitigen Oberflächen der äußeren und mittleren Scheibe reflektieren langwellige Wärmestrahlung zurück in den Raum, anstatt sie nach außen durchzulassen.

Übrigens: Die Low-E-Beschichtung ist so dünn (weniger als 100 Nanometer), dass sie mit bloßem Auge unsichtbar ist. Trotzdem reflektiert sie bis zu 95 Prozent der Wärmestrahlung. Sie können die Beschichtung sichtbar machen, indem Sie ein Feuerzeug vor die Scheibe halten: Die beschichtete Fläche zeigt eine andersfarbige Reflexion.

Ug-Werte: Was leistet Dreifachverglasung?

Der Ug-Wert (g steht für „glazing“) beschreibt den Wärmedurchgangskoeffizienten der Verglasung. Je niedriger der Wert, desto weniger Wärme geht durch das Glas verloren. Moderne Dreifach-Wärmedämmgläser erreichen Ug-Werte zwischen 0,5 und 0,7 W/(m²K). Zum Vergleich: Eine Zweifachverglasung mit Low-E-Beschichtung liegt typischerweise bei 1,0 bis 1,1 W/(m²K), unbeschichtetes Isolierglas aus den 1980er-Jahren bei etwa 2,8 W/(m²K).

Für das Gesamtfenster ist der Uw-Wert entscheidend, der neben der Verglasung auch den Rahmen und den Glasrandverbund berücksichtigt. Ein Fenster mit Dreifachverglasung und einem hochwertigen Profil mit ausreichender Bautiefe erreicht Uw-Werte von 0,7 bis 0,9 W/(m²K). Die NovoLife-88-Profilsysteme der FeBa Fensterbau GmbH bieten mit 88 mm Bautiefe ideale Voraussetzungen für den Einsatz von Dreifach-Wärmedämmglas.

Dreifach- vs. Zweifachverglasung: Wo liegt der Unterschied?

Dreifachverglasung dämmt fast doppelt so gut wie Zweifachverglasung. Das liegt an der zusätzlichen Scheibe und dem zweiten Gasfüllraum, die zusammen eine weitere Dämm-Ebene bilden. In Zahlen: Ein Fenster mit Zweifachverglasung (Uw 1,3 W/(m²K)) verliert pro Quadratmeter und Jahr deutlich mehr Wärmeenergie als eines mit Dreifachverglasung (Uw 0,8 W/(m²K)).

Allerdings ist Dreifachverglasung schwerer (ca. 30 kg/m² statt 20 kg/m²) und benötigt stabilere Beschläge sowie ein tieferes Fensterprofil. Auch der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) fällt bei Dreifachverglasung etwas niedriger aus, was auf der Südseite die solaren Wärmegewinne leicht reduzieren kann.

Vorteile von Dreifach-Wärmedämmglas für Ihr Zuhause

Der größte Vorteil ist die Energieeinsparung. Wer alte Zweifachverglasungen durch moderne Dreifachverglasungen ersetzt, kann den Wärmeverlust über die Fensterfläche um 40 bis 50 Prozent reduzieren. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 20 Quadratmetern Fensterfläche macht sich das deutlich bei den Heizkosten bemerkbar.

Darüber hinaus verbessert Dreifachverglasung den Wohnkomfort spürbar. Die Innenseite der Verglasung bleibt selbst bei Minustemperaturen deutlich wärmer als bei Zweifachglas. Das verhindert Kaltluftzonen am Fenster und ermöglicht es, Möbel direkt am Fenster zu platzieren, ohne Zugluft oder Kältestrahlung zu spüren. Auch der Schallschutz profitiert von der dritten Scheibe und dem zusätzlichen Gasraum.

Fenster mit Dreifach-Wärmedämmglas und einem Uw-Wert von 0,95 W/(m²K) oder besser sind nach den aktuellen BEG-Richtlinien förderfähig. Die KfW und das BAFA bezuschussen den Fenstertausch mit bis zu 20 Prozent der Kosten, was die Investition in Dreifachverglasung zusätzlich attraktiv macht.

Wann lohnt sich Dreifachverglasung?

Dreifach-Wärmedämmglas lohnt sich besonders im Neubau, bei Niedrigenergie- und Passivhäusern sowie bei umfassenden energetischen Sanierungen. Wenn Sie ohnehin neue Fenster einbauen lassen, ist der Aufpreis gegenüber Zweifachverglasung in der Regel moderat und amortisiert sich über die Heizkosten-Einsparung innerhalb weniger Jahre.

Weniger sinnvoll kann Dreifachverglasung sein, wenn der restliche Gebäudeumschlag (Wände, Dach, Kellerdecke) schlecht gedämmt ist. In diesem Fall können die hoch dämmenden Fenster dazu führen, dass die Fensteroberfläche wärmer bleibt als die angrenzende Wand. Feuchtigkeit kondensiert dann nicht mehr am Fenster, sondern an der kälteren Wand, was zu Schimmelbildung führen kann. Eine abgestimmte Gesamtplanung ist deshalb wichtig.

Vorsicht: Dreifachverglasung allein löst keine Dämmprobleme. Wenn die Außenwand einen deutlich schlechteren U-Wert hat als das Fenster, verlagert sich der Taupunkt auf die Wandfläche. Lassen Sie vor einem Fenstertausch immer den gesamten energetischen Zustand des Gebäudes prüfen.

Tipp: Achten Sie bei Dreifachverglasung auf den Abstandhalter am Glasrand. Ein „Warme Kante“-Abstandhalter aus Kunststoff oder Edelstahl reduziert die Wärmebrücke am Glasrand und verhindert Kondensat an den Scheibenrändern, das bei kalten Winternächten sonst auftreten kann.

Häufige Fragen zu Dreifach-Wärmedämmglas

Die Einsparung hängt von der Fensterfläche, der Heizungsart und dem Energiepreis ab. Als Richtwert gilt: Pro Quadratmeter Fensterfläche spart die Dreifachverglasung gegenüber einer Standard-Zweifachverglasung rund 10 bis 15 kWh Heizenergie pro Jahr. Die tatsächliche Einsparung hängt von der Heizungsart und dem aktuellen Energiepreis ab.

Nein, für Dreifachverglasung benötigt das Fensterprofil eine ausreichende Bautiefe von mindestens 76 mm, besser 80 mm und mehr. Ältere Profile mit 58 oder 60 mm Bautiefe können den dickeren Glasaufbau nicht aufnehmen. Außerdem müssen die Beschläge das höhere Gewicht der dritten Scheibe tragen können.

Ja, der Austausch alter Fenster gegen Fenster mit Dreifachverglasung ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig. Voraussetzung ist ein Uw-Wert von maximal 0,95 W/(m²K). Die Förderung beträgt bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten und muss vor Beginn der Maßnahme beantragt werden.

In Einzelfällen ja, wenn die Außenwand deutlich schlechter gedämmt ist als das neue Fenster. Die Feuchtigkeit, die früher am kalten Fensterglas kondensierte, schlägt sich dann an der kälteren Wandfläche nieder. Deshalb sollte der Fenstertausch immer im Zusammenhang mit dem energetischen Gesamtzustand des Gebäudes betrachtet werden. Ein Energieberater kann die Situation vorab bewerten.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über Dreifach-Wärmedämmglas wissen

Dreifach-Wärmedämmglas erreicht mit drei Scheiben, zwei Gasfüllungen und Low-E-Beschichtungen Ug-Werte bis 0,5 W/(m²K). Es dämmt fast doppelt so gut wie Zweifachverglasung und ist im Neubau Standard. Die Investition lohnt sich besonders bei energetischen Sanierungen und ist häufig förderfähig. Voraussetzung ist ein Fensterprofil mit ausreichender Bautiefe (ab 80 mm). Achten Sie bei der Sanierung auf den energetischen Gesamtzustand des Gebäudes, damit keine Feuchteschäden an schlecht gedämmten Wänden entstehen.

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