Brandschutzglas

Brandschutzglas: Feuerwiderstandsklassen und Einsatz in Fenstern und Türen

Brandschutzglas – kurz erklärt

Brandschutzglas ist eine spezialisierte Sicherheitsverglasung, die im Brandfall den Durchbruch von Flammen und Hitze durch die Fenster verhindert. Es gibt zwei Haupttypen: G-Glas (mit Gel) und F-Glas (mit Sperrschicht). Brandschutzverglasungen werden nach europäischen Normen in die Klassen E (Flammensperrung), EI (Flammensperrung + Wärmestrahlung) und EW (mit erweiterten Eigenschaften) eingeteilt. Bei FeBa sind Brandschutzverglasungen ab dem highprotect-Sicherheitspaket und mit speziellen Aluminiumsystemen verfügbar.

Was ist Brandschutzglas und wofür wird es benötigt?

Brandschutzglas ist eine hochspezialisierte Verglasungsart, die bei Bränden der Ausbreitung von Feuer, Rauch und Hitze einen zuverlässigen Widerstand entgegensetzt. Im Unterschied zu normaler Flachverglasung schmilzt Brandschutzglas nicht einfach weg oder springt durch Temperaturschocks, sondern behält seine Dichtheit und Isolationsfähigkeit über einen definierten Zeitraum bei. Diese Eigenschaft ist für den Brandschutz baulicher Anlagen essentiell: Sie schafft Zeit für Evakuierung, hindert Flammen und Feuerüberschlag an Fassaden und ermöglicht eine sichere Abgrenzung von Brandabschnitten.

Die deutschen Landesbauordnungen (LBO) und das Musterlistenverfahnis schreiben Brandschutzverglasungen für bestimmte Gebäudetypen und Nutzungen vor. Besonders in Mehrfamilienhäusern, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden ist die Verwendung von zertifiziertem Brandschutzglas gesetzlich vorgeschrieben. Auch bei der Sanierung oder bei besonderem Schutzbedarf können Brandschutzverglasungen erforderlich sein.

Die beiden Brandschutzglastypen: G-Glas und F-Glas

Im europäischen Raum unterscheidet man zwei grundsätzlich verschiedene Bauweisen von Brandschutzgläsern:

G-Glas (Gel-Glas)

G-Glas besteht aus mehrschichtigem Sicherheitsglas mit speziellen, hitzeaktiven Gelschichten zwischen den Glasschichten. Bei Flammeneinwirkung aktiviert sich das Gel durch die Hitze und bläht auf. Diese Aufblähung dehnt sich wie ein Schaum zwischen den Glaslagen aus und verstopft dadurch Risse und kleine Durchbruchstellen. So wird die Ausbreitung von Feuer und heißen Gasen blockiert, selbst wenn das Glas mechanisch beschädigt oder gerissen wird. G-Glas wird häufig für Anwendungen eingesetzt, wo höchste Transparenz und Lichtdurchlässigkeit erhalten bleiben sollen.

Vorteil des G-Glas-Prinzips ist seine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Flammendurchschlag und das schnelle Reagieren auf Hitze. Nachteil ist, dass das aufgeblähte Gel bei längeren Brandzeiten durch die ständige Flammeneinwirkung langsam abgetragen werden kann, weshalb G-Glas eher für mittlere Anforderungen (Klasse EI 30 oder EI 60) bekannt ist.

F-Glas (Sperrschicht-Glas)

F-Glas verwendet ein spezielles, wärmeisolierendes Sperrschicht-System. Zwischen den Glaslagen ist eine thermisch hochwertige, nicht-brennbare Sperrschicht (meist ein spezial-Kunststoff oder eine keramische Schicht) eingebracht. Diese Schicht hat einen sehr hohen Wärmewiderstand und gibt Wärme nur minimal weiter. Dadurch wird auf der raumseitigen Seite eine deutlich niedrigere Temperatur erreicht, selbst wenn die außenseitige Temperatur extrem hoch ist. F-Glas schützt nicht nur durch Flammensperrung (Klasse E), sondern auch durch thermische Isolierung (Klasse EI). Damit ist F-Glas speziell für Einsätze geeignet, wo nicht nur Flammen, sondern auch Wärmestrahlung und Wärmeleitung minimiert werden müssen.

F-Glas wird oft bei sehr hohen Anforderungen (EI 120, EI 180) eingesetzt und ist die Erste Wahl, wenn der Wärmeschutz auf der raumseitigen Seite kritisch ist. Der Nachteil ist das höhere Gewicht und die etwas reduzierte Transparenz durch die Sperrschicht, .

Tipp: In der Planungsphase sollten Sie mit Ihrem Architekten oder Brandschutzplaner klären, ob es um reine Flammensperrung (Klasse E) oder um Wärmeschutz (Klasse EI oder EW) geht. Daraus ergibt sich, welcher Glastyp und welche Klassifizierung nötig ist.

Brandschutzklassifizierung: E, EI und EW erklärt

Die europäische Norm EN 13541 und EN 13501-1 teilt Brandschutzverglasungen nach ihrer Leistung in verschiedene Klassen ein:

Klasse E – Flammensperrung

Die Klasse E (Flammensperrung) bescheinigt, dass bei Brandeinwirkung auf einer Seite keine Flammen oder glühenden Partikel auf die andere Seite des Glases durchtreten. Die Prüfung erfolgt im Brandschacht: Ein Stahlrahmen mit der geprüften Verglasung wird mit einer definierten Flamme beaufschlagt. Die Klassifizierung erfolgt in Zeitabstufungen: E 15, E 30, E 60, E 90, E 120, E 180 und E 240 Minuten. Eine EI 30-Verglasung bedeutet also, dass für mindestens 30 Minuten Flammensperrung gewährleistet ist. Klasse E ist die Mindestanforderung für innere Brandwände und Treppenhausverglasungen.

Klasse EI – Flammensperrung + Wärmeisolation

Klasse EI bietet zusätzlich zur Flammensperrung (E) auch Wärmeisolation (I). Das „I“ steht für Isolation und bedeutet, dass die Temperaturentwicklung auf der nicht dem Brand ausgesetzten Seite begrenzt wird. Bei EI 60 darf beispielsweise auf der raumseitigen Seite die Temperatur nicht um mehr als 140 K über die Anfangstemperatur ansteigen, und nicht mehr als 180 K an irgendeinem Punkt. Dies schützt nachgelagerte Räume und Personen vor Überflügelung durch Wärmestrahlung. EI-Verglasungen sind die Standardlösung für mehrgeschossige Gebäude, wo der Wärmeschutz ebenfalls kritisch ist.

Klasse EW – Mit erweiterten Anforderungen

Die Klasse EW (früher: E-tr oder mit Zusatz-W) bescheinigt zusätzlich zur Flammensperrung (E) einen Schutz vor Wärmestrahlung (W). Der Unterschied zu EI ist, dass das „W“ sich speziell auf die Begrenzung der Wärmestrahlung auf der unbelasteten Seite konzentriert, nicht auf die Wärmeleitung. Das bedeutet: Bei EW 30 ist die durchgelassene Wärmestrahlung auf unter 15 % begrenzt, was ein zusätzlicher Schutz für leicht brennbare Materialien im angrenzenden Raum darstellt. EW wird oft bei Fassadenanwendungen oder dort verwendet, wo sich brennbare Materialien nah an der Verglasung befinden.

Warnung: Eine Verwechslung der Klassifizierungen kann zu Sicherheitsmängeln führen. E 120 ist NICHT das Gleiche wie EI 120. Achten Sie darauf, dass die verbaute Verglasung die von der Bauaufsicht geforderte Klassifizierung erfüllt. Im Zweifelsfall verlangen Sie die europäische Zertifizierung (Z-Nummer) vom Hersteller an.

Brandschutzglas bei FeBa: Systeme und Anwendungen

FeBa bietet Brandschutzverglasungen insbesondere in den hochwertigen Aluminium-Systemfamilien an. Die Aluminium-Sondersysteme wie AWS 90.SI und die speziellen Brandschutzsysteme sind für die Kombination mit zertifizierten Brandschutzgläsern optimiert. Dies betrifft besonders:

– Großflächige Verglasungen in Bürogebäuden und Hotels
– Treppenhaus- und Flurverglasungen in Mehrfamilienhäusern
– Fassadenverglasungen mit speziellen Anforderungen
– Innere Brandwände und Abschrankungen

Bei der Planung sollten Sie direkt mit den FeBa-Fachhändlern klären, ob die geplante Anwendung Brandschutzglas erfordert und welche Klassifizierung gefordert ist. FeBa-Sicherheitssysteme wie highprotect bieten die Grundlage für eine Kombination mit Brandschutzverglasungen.

Aspekte bei der Auswahl von Brandschutzglas

Gewicht und Statik

Brandschutzgläser sind deutlich schwerer als normale Isoliergläser. Eine EI 60-Verglasung wiegt oft das 1,5- bis 2-fache einer normalen Doppelverglasung. Bei großflächigen Verglasungen oder im Fassadenbereich muss die Tragkonstruktion und der Beschlag entsprechend dimensioniert sein. Dies muss frühzeitig in der Planung berücksichtigt werden.

Wärmedämmung

Brandschutzgläser haben oft schlechtere Ug-Werte als moderne Standard-Isoliergläser. Während heute Ug-Werte von 0,5 W/(m²K) oder besser üblich sind, liegen Brandschutzgläser oft bei 0,8–1,2 W/(m²K). Bei energetisch zu saniernenden Gebäuden muss dieser Mehrverbrauch in die Energiebilanz eingehen.

Lichttransmission und Ästhetik

Besonders F-Gläser können einen grünlichen oder gelblichen Schimmer haben, der die Ästhetik beeinflusst. G-Gläser sind meist farbloser, aber bei Mehrschichtaufbauten für hohe Klassfizierungen kann auch dort ein Farbstich entstehen. Musterfenster sollten angefordert werden, um die optische Wirkung vor der endgültigen Festlegung zu beurteilen.

Tipp: Manche Landesbauordnungen erlauben Ausnahmen oder Abweichungen von Brandschutzanforderungen, wenn z. B. sprinklergelenkte Systeme vorhanden sind. Ein erfahrener Brandschutzplaner kann oft Kostenoptimierungen erreichen, ohne Sicherheit zu gefährden.

Häufige Fragen zu Brandschutzglas

Nein, Brandschutzglas sollte nicht für Funktionen wie Spritzschutz, Brüstungen oder blendfreie Verglasungen verwendet werden, wenn es nicht ausdrücklich für diese Anwendung geprüft ist. Der Grund: Brandschutzverglasungen sind spezialisiert auf Brandwiderstand, nicht auf andere Merkmale wie etwa Trittsicherheit. Für Brüstungselemente mit Spritzschutzfunktion gibt es spezialisierte Verglasungen (z. B. bedruckte oder opake Gläser mit entsprechender Zertifizierung).

Ja, bei Brandschutzgläsern ist die Ausbildung der Glasfalze (Rahmenaufnahme und Dichtung) entscheidend. Das Glas muss in einen geprüften Rahmen mit zertifizierten Dichtungsmaterialien eingebaut werden. Die Rahmenkonstruktion selbst muss ebenfalls der Brandschutzklasse entsprechen. Ein unsachgemäßer Einbau zerstört die Zertifizierung und damit den Brandschutz. Dies ist ein Grund, warum spezialisierte Hersteller wie FeBa mit zertifizierten Systemen arbeiten.

In vielen Fällen ja, aber nur unter Beachtung der Brandabschnitte und bauaufsichtlichen Genehmigung. Typischerweise werden Brandschutzgläser in kritischen Bereichen (Flure, Treppenhäuser, Brandwände) eingebaut, während unkritische Bereiche (einzelne Büroräume, die nicht an Brandabschnitte grenzen) normale Gläser haben können. Das muss jedoch vom Brandschutzplaner freigegeben sein.

Die zertifizierte Klassifizierung (z. B. EI 60) ist eine Garantie, dass das Glas unter definierten Testbedingungen die Brandlast für mindestens die angegebene Zeit widersteht. Nach dieser Zeit kann das Glas beginnen nachzugeben. Dies ist für Sicherheitsplanung ausreichend, da es Evakuierungszeit schafft. Das Gel selbst zerfällt unter normalen Bedingungen nicht einfach – es ist chemisch stabil. Es aktiviert sich erst bei hohen Temperaturen (> 150 °C) im Brandfall.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über Brandschutzglas wissen

Brandschutzglas ist eine spezialisierte Sicherheitsverglasung, die im Brandfall Flammen, Hitze und Wärme abhält. Die zwei Haupttypen sind G-Glas (mit Gel) und F-Glas (mit Sperrschicht). Klassifizierungen E, EI und EW beschreiben unterschiedliche Schutzleistungen. In mehrgeschossigen Gebäuden, Schulen und Büros ist Brandschutzglas oft gesetzlich gefordert. FeBa bietet Brandschutzverglasungen in Kombination mit hochwertigen Aluminium-Systemfamilien an. Bei der Planung müssen Gewicht, Wärmedämmung und Lichttransmission berücksichtigt werden. Ein erfahrener Brandschutzplaner und ein zertifizierter Fachhändler sind essentiell für die sichere und wirtschaftliche Umsetzung.

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