Beschichtung bei Fensterglas – kurz erklärt
Beschichtungen auf Fensterglas sind hauchdünne Metalloxidschichten, die den Wärmedurchgang, die Sonneneinstrahlung und die Lichtdurchlässigkeit gezielt steuern. Low-E-Beschichtungen (Low Emissivity) reflektieren Wärmestrahlung zurück in den Raum und sind heute Standard bei energieeffizienten Fenstern.
Was sind Beschichtungen bei Fensterglas?
Beschichtungen bei Fensterglas sind unsichtbare, nur wenige Nanometer dünne Schichten aus Metalloxiden, die im Herstellungsprozess auf die Glasoberfläche aufgebracht werden. Sie verändern die physikalischen Eigenschaften des Glases, ohne seine Transparenz wesentlich zu beeinträchtigen. Moderne Wärmedämm- und Sonnenschutzverglasungen wären ohne diese Beschichtungen nicht möglich.
Für Bauherren und Renovierer sind Glasbeschichtungen relevant, weil sie maßgeblich bestimmen, wie gut ein Fenster dämmt, wie viel Sonnenwärme es durchlässt und wie hell die Räume bleiben. Die richtige Beschichtung ist damit ein Schlüsselfaktor für die Energieeffizienz und den Wohnkomfort.
Wie funktionieren Beschichtungen auf Fensterglas?
Glas ist von Natur aus ein relativ guter Wärmeleiter. Unbeschichtetes Glas lässt Wärmestrahlung nahezu ungehindert passieren, was im Winter zu hohen Energieverlusten führt. Beschichtungen ändern das, indem sie bestimmte Wellenlängen des Lichtspektrums reflektieren, während sie andere durchlassen.
Das Grundprinzip: Kurzwellige Sonnenstrahlung (sichtbares Licht und einen Teil der Infrarotstrahlung) soll möglichst ungehindert den Raum erreichen. Langwellige Wärmestrahlung, die von den warmen Oberflächen im Raum ausgeht, soll dagegen reflektiert und im Raum gehalten werden. So entsteht eine Art unsichtbare Wärmebarriere auf der Glasoberfläche.
Übrigens: Die Beschichtungen auf Fensterglas sind so dünn, dass rund 1.000 Schichten übereinander dünner wären als ein menschliches Haar. Trotzdem reflektieren sie bis zu 95 Prozent der Wärmestrahlung und sind damit das wirksamste Element der Glasdämmung.
Arten von Glasbeschichtungen bei Fenstern
Low-E-Beschichtung: Der Standard für Wärmedämmglas
Low-E steht für „Low Emissivity“, also niedrige Wärmeabstrahlung. Diese Beschichtung besteht typischerweise aus einer Silberschicht, die zwischen Schutzschichten aus Metalloxiden eingebettet ist. Sie wird auf die raumseitige Glasoberfläche im Scheibenzwischenraum aufgebracht (Position 3 bei Zweifachglas, Positionen 2 und 5 bei Dreifachglas). Low-E-Beschichtungen reflektieren die langwellige Wärmestrahlung zurück in den Raum und senken den Ug-Wert der Verglasung drastisch. Ohne Low-E-Beschichtung liegt der Ug-Wert einer Zweifachverglasung bei etwa 2,8 W/(m²K), mit Beschichtung bei rund 1,1 W/(m²K).
Sonnenschutzbeschichtung: Schutz vor sommerlicher Überhitzung
Sonnenschutzbeschichtungen reduzieren gezielt den g-Wert der Verglasung, also den Anteil der Sonnenenergie, der ins Rauminnere gelangt. Sie reflektieren oder absorbieren einen großen Teil der Infrarotstrahlung und senken den g-Wert auf 0,20 bis 0,40. Diese Beschichtungen kommen vor allem bei großen Glasfassaden, Wintergärten und Dachverglasungen zum Einsatz, wo eine Überhitzung im Sommer droht. Der Nachteil: Im Winter gelangen weniger solare Zugewinne ins Haus.
Selbstreinigende Beschichtung
Selbstreinigende Beschichtungen nutzen eine photokatalytische Titanoxidschicht auf der Außenseite des Glases. Unter UV-Strahlung zersetzen sie organische Verschmutzungen, die dann vom Regenwasser abgespült werden. Diese Beschichtung reduziert den Reinigungsaufwand, ersetzt aber keine regelmäßige Fensterreinigung vollständig. Sie ist besonders bei schwer zugänglichen Fenstern wie Dachfenstern oder hohen Fassadenelementen sinnvoll.
Vorteile moderner Glasbeschichtungen für Ihr Zuhause
Low-E-Beschichtungen sind heute Standard bei jedem hochwertigen Fenster und bringen erhebliche Vorteile. Die Wärmedämmung des Glases verbessert sich gegenüber unbeschichtetem Glas um den Faktor drei bis fünf. Gleichzeitig bleibt die Lichtdurchlässigkeit hoch: Moderne Low-E-Gläser lassen 70 bis 80 Prozent des sichtbaren Lichts passieren, sodass die Räume angenehm hell bleiben.
Die höhere Oberflächentemperatur der Innenscheibe verhindert Kondenswasser und Schimmelbildung am Glasrand. Darüber hinaus verbessert sich der Wohnkomfort, weil die Kaltabstrahlung der Scheibe deutlich reduziert wird. Selbst an kalten Wintertagen fühlt sich der Bereich vor dem Fenster nicht mehr unangenehm kühl an.
Eine einzige Low-E-Beschichtung kann den Ug-Wert einer Zweifachverglasung von 2,8 auf 1,1 W/(m²K) senken. Bei Dreifachglas mit zwei Low-E-Schichten sind sogar 0,5 bis 0,7 W/(m²K) möglich. Damit leisten die unsichtbaren Beschichtungen den größten Beitrag zur Glasdämmung.
Worauf sollten Sie bei der Glasbeschichtung achten?
Für Wohngebäude ist eine Low-E-Beschichtung heute Pflicht, da ohne sie die GEG-Anforderungen nicht erfüllbar sind. Wählen Sie die Art der Beschichtung passend zur Einbausituation: Standard-Low-E für die meisten Fenster, Sonnenschutzbeschichtung nur dort, wo eine Überhitzung droht und kein außenliegender Sonnenschutz möglich ist.
Bedenken Sie, dass Sonnenschutzglas die solaren Zugewinne im Winter reduziert. Wo immer möglich, ist ein außenliegender Sonnenschutz (Rollladen, Raffstore) die flexiblere Lösung, weil er sich je nach Jahreszeit öffnen und schließen lässt. Die FeBa Fensterbau GmbH bietet dazu passende Sonnenschutzsysteme, die sich nahtlos mit den Fenstern kombinieren lassen.
Vorsicht: Beschichtete Glasoberflächen befinden sich immer im geschützten Scheibenzwischenraum. Sie können weder beschädigt werden noch müssen sie gepflegt werden. Lassen Sie sich nicht von Bedenken bezüglich der Haltbarkeit verunsichern: Moderne Low-E-Beschichtungen halten die gesamte Lebensdauer des Fensters.
Tipp: Fragen Sie Ihren Fachhändler gezielt nach dem Glasaufbau: Wie viele Beschichtungen sind vorhanden, auf welchen Positionen liegen sie, und welchen g-Wert sowie Ug-Wert erreicht die Verglasung? So können Sie Angebote fundiert vergleichen.
Häufige Fragen zur Beschichtung von Fensterglas
Mit bloßem Auge ist die Beschichtung nicht erkennbar. Wenn Sie ein Feuerzeug vor die Scheibe halten und die Spiegelungen der Flamme betrachten, zeigt eine beschichtete Scheibe eine farblich abweichende Reflexion (oft leicht bläulich oder grünlich). Unbeschichtete Scheiben reflektieren die Flamme in identischer Farbe.
Nein. Die Low-E-Beschichtung liegt geschützt im hermetisch versiegelten Scheibenzwischenraum und kommt mit der Raumluft oder Witterung nicht in Kontakt. Sie behält ihre Wirksamkeit über die gesamte Lebensdauer des Fensters, die bei hochwertigen Verglasungen 25 Jahre und mehr beträgt.
Geringfügig. Moderne Low-E-Beschichtungen reduzieren die Lichtdurchlässigkeit um etwa 5 bis 10 Prozent im Vergleich zu unbeschichtetem Glas. Eine Dreifachverglasung mit zwei Low-E-Schichten erreicht typisch eine Lichtdurchlässigkeit von 70 bis 74 Prozent. Im Alltag ist dieser Unterschied kaum wahrnehmbar.
Wärmeschutzglas (Low-E) hält die Raumwärme im Winter drinnen und lässt gleichzeitig Sonnenwärme herein (hoher g-Wert). Sonnenschutzglas reduziert dagegen gezielt den Energieeintrag der Sonne (niedriger g-Wert), um eine sommerliche Überhitzung zu verhindern. Beide können kombiniert werden, allerdings senkt eine Sonnenschutzbeschichtung immer auch die solaren Zugewinne im Winter.
Zusammenfassung: Das sollten Sie über Glasbeschichtungen wissen
Beschichtungen auf Fensterglas sind unsichtbare Metalloxidschichten, die Wärme, Licht und Sonneneinstrahlung steuern. Low-E-Beschichtungen senken den Ug-Wert drastisch und sind heute Standard. Sonnenschutzbeschichtungen reduzieren den g-Wert und verhindern Überhitzung. Die Beschichtungen liegen geschützt im Scheibenzwischenraum und halten ein Fensterleben lang. Für die meisten Wohngebäude ist Standard-Low-E-Glas in Kombination mit außenliegendem Sonnenschutz die beste Lösung.
Sie möchten wissen, welche Verglasung und Beschichtung für Ihr Bauvorhaben am besten geeignet ist? Unsere Fachhändler beraten Sie gerne zu den verschiedenen Glasoptionen.