Anschlagdichtung – kurz erklärt
Anschlagdichtung (AD) ist ein Dichtungssystem für Kunststofffenster, bei dem Dichtungsprofile nur auf der Blendrahmen-Anschlagkante (nicht in der Mitte der Rahmenstärke) angeordnet sind. Dies ergibt eine schlankere Fenstergeometrie mit offenerer Profilwirkung und ist typisch für Einstiegs-Fenstersysteme wie die NovoLife 76 AD. Anschlagdichtung ist wirtschaftlich und erfüllt moderne Anforderungen an Regendichtheit und Wärmeschutz, benötigt aber leicht höhere handwerkliche Sorgfalt bei der Montage.
Wie funktioniert Anschlagdichtung?
Bei der Anschlagdichtung sitzt das Dichtungsprofil auf der Anschlagfläche des Blendrahmens – also dort, wo der Fensterflügel aufliegt, wenn das Fenster geschlossen ist. Wenn der Fensterflügel zufährt, komprimiert er das Dichtungsprofil gegen die Anschlagfläche. Dies erzeugt die Dichtwirkung: Wasserdampf und Luft können nicht eindringen.
Das Dichtungsprinzip basiert auf Elastizität. Das EPDM-Dichtungsprofil (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) kann tausende Male komprimiert und wieder freigegeben werden, ohne an Elastizität zu verlieren. Nach 50+ Jahren ist die Dichtung noch elastisch und funktionsfähig – sofern sie nicht direkter UV-Strahlung oder extremem Wetter ausgesetzt ist.
Gut zu wissen: Die Anschlagdichtung ist eine bewährte Standardlösung, die seit Jahrzehnten millionenfach eingebaut ist. Sie ist robust und langlebig.
Anschlagdichtung vs. Mitteldichtung: Die Unterschiede
Neben Anschlagdichtung (AD) gibt es auch die Mitteldichtung (MD). Der Unterschied liegt in der Position der Dichtungsprofile:
Anschlagdichtung (AD)
Dichtung nur auf der Anschlagfläche. Die Dichtungsprofile sind sichtbar von innen und außen – sie sitzen quasi „außen“ auf dem Rahmen. Dies ergibt ein optisch offeneres, eleganteres Profil. Nachteil: Die Schlagregendichtheit ist nicht ganz so hoch wie bei MD, weil Wasser die Anschlagfläche passieren kann. Dies ist aber in der Praxis kein Problem, solange die Montage sauber ist und die Anschlussfugen korrekt ausgeführt sind.
Mitteldichtung (MD)
Dichtungsprofile sitzen in einer mittleren Nase in der Profilmitte – eine zweite Ebene von Dichtungen sitzt ebenfalls auf der Anschlagfläche. Dies ergibt zwei Dichtungsebenen und höhere Schlagregendichtheit nach DIN EN 12208. Allerdings ist das Profil optisch massiver, und die Montage ist anspruchsvoller. MD ist typisch für Premium-Profile wie NovoLife 76 MD und NovoLife 88 MD.
Zusammengefasst: AD ist wirtschaftlicher und optisch eleganter, MD ist robuster gegen Wasser und Regenschlag. Beide Systeme erfüllen heutige Energiestandards und sind KfW-förderfähig.
Tipp: Für typische Einfamilienhäuser in Normalklima-Regionen ist Anschlagdichtung völlig ausreichend. Nur in exponierten Hanglagen mit starkem Regenschlag oder in besonders anspruchsvollen Fällen ist Mitteldichtung die bessere Wahl.
Schlagregendichtheit bei Anschlagdichtung
Schlagregendichtheit ist die Fähigkeit des Fensters, Wasser abzuweisen, das mit Druck (Wind) gegen die Fensterflügel schlägt. Dies wird nach DIN EN 12208 in Klassen gemessen (0–9, wobei 9 die beste ist). Die NovoLife 76 AD erfüllt typischerweise Klasse 4–5 der Schlagregendichtheit.
Dies bedeutet: Bei starkem Regensturm mit Winddruck kann minimal Wasser in die Nase der Anschlagdichtung gelangen. Dies ist jedoch kein Wasser, das in die Wohnung dringt, sondern in den Bereich zwischen Dichtung und Anschlagfläche. Eine ordentlich montierte Entwässerung im Fensterrahmen sorgt dafür, dass dieses Wasser nach außen abfließt. Deshalb ist die korrekte Montage (mit Entwässerungsbohrungen) so wichtig.
NovoLife 76 AD: Das bewährte Profil mit Anschlagdichtung
Die NovoLife 76 AD ist FeBas Flaggschiff-Profil mit Anschlagdichtung. Mit 76 mm Bautiefe und fünf Kammern ist es eine robuste, bewährte Lösung, die seit Jahren millionenfach im Einsatz ist. Die Bautiefe von 76 mm ist der europäische Standard – nicht zu dünn, nicht zu dick. Das Profil erreicht moderne Uw-Werte, ist kombinierbar mit allen Sicherheitspaketen (protect+, highprotect) und wird in vielen Farben und Designs angeboten.
Besonderheiten der NovoLife 76 AD: Sie nutzt Stahlarmierung im Profilkern für Formstabilität, kann mit 2-fach oder 3-fach Verglasung ausgestattet werden, ist durchgefärbt PVC nach DIN EN 12608 Klasse A (also nicht nur oberflächlich weiß, sondern im Material gefärbt), und ist serienmäßig mit der FeBa-Kralle für Bandseiten-Sicherheit ausgestattet.
Ein wichtiges Merkmal: Die NovoLife 76 AD kann als Fusion-Variante auch mit einer Aluminium-Vorsatzschale außen kombiniert werden (NovoLife 76 AD Fusion). Dies ermöglicht moderne Außenfarbgestaltung bei minimaler optischer Rahmenstärke – ideal für denkmalgeschützte Bauten oder hochwertige Architektur.
Die NovoLife 76 AD ist das ideale Einstiegsprofil mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie ist wirtschaftlich, robust und bewährt in tausenden von Gebäuden. Anschlagdichtung ist hier der richtige Kompromiss zwischen Kosten und Leistung.
Wartung und Lebensdauer von Anschlagdichtungen
Dichtungsprofile sind Verschleißteile, aber mit sehr langer Lebensdauer. Ein gut gepflegtes Fenster mit Anschlagdichtung hält problemlos 40–50 Jahre oder länger. Die wichtigsten Maßnahmen zur Erhaltung sind:
1. Regelmäßige Reinigung: Dichtungen und Rahmen sollten 2–3 mal pro Jahr mit Wasser und milder Seife gereinigt werden. Schmutz und Laub können sich sonst in der Dichtung ablagern und die Elastizität beeinträchtigen. 2. Vorsicht vor chemischen Mitteln: Aggressive Reiniger, Lösungsmittel und Desinfektionsmittel können EPDM-Dichtung angreifen. Nur Wasser und mildes Shampoo verwenden. 3. Fenster regelmäßig öffnen/schließen: Dies erhält die Elastizität der Dichtung. Fenster, die monatelang nicht bewegt werden, können austrocknen.
Nach 30–40 Jahren kann es sein, dass die Dichtungsprofile spröde werden oder kleine Risse bekommen. Dies ist aber kein Grund zum Fensteraustausch – die Dichtungsprofile können vom Fachhändler relativ preiswert erneuert werden (etwa 50–150 EUR pro Fenster). Nach dieser Erneuerung haben die Fenster wieder 40+ Jahre Lebensdauer.
Fehlerhafte Montage bei Anschlagdichtung
Die größte Fehlerquelle bei Anschlagdichtungs-Fenstern ist die unsaubere Montage. Spezifisch: Fehlende oder falsch ausgeführte Entwässerungsbohrungen, undichte Anschlussfugen, oder Wasser, das nicht korrekt nach außen ablaufen kann. Dies führt dazu, dass Wasser in den Fensterrahmen eindringt und zu Feuchteschäden führt – nicht wegen der Anschlagdichtung selbst, sondern wegen der schlechten Montage.
Deshalb ist es kritisch, einen erfahrenen, zertifizierten Fachbetrieb mit der Montage zu beauftragen. FeBa arbeitet ausschließlich über solche Partner. Ein guter Monteur weiß, dass:
– Der Fensterrahmen vor der Montage vollständig gelöst und ohne Wasserflecken sein muss. – Alle Entwässerungsbohrungen müssen freigegeben und nicht verstopft sein. – Die Anschlussfugen innen und außen müssen mit korrekter Putzschicht und zertifizierten Fugenstoffen ausgeführt sein. – Besonders die unteren Bereiche müssen zum Wasser-Ablaufen leicht schräg geneigt sein.
Warnung: Schlechte Montage ist die häufigste Ursache von Wasserschäden bei Fenstern – nicht die Fenster selbst. Wählen Sie einen vertrauenswürdigen Fachhändler und lassen Sie sich Referenzen zeigen.
Häufige Fragen zur Anschlagdichtung
Nein, nicht weniger dicht, sondern anders dicht. Beide Systeme erfüllen moderne Anforderungen. Der Unterschied ist, dass Mitteldichtung etwas bessere Schlagregendichtheit hat (höhere DIN EN 12208 Klasse). Bei normaler Montage und normalem Klima ist Anschlagdichtung aber völlig ausreichend. Der Unterschied wird nur bei extremem Regenschlag mit Winddruck relevant – und auch dann funktioniert die Entwässerung problemlos.
Nein, unter normalen Bedingungen halten Anschlagdichtungen 40–50 Jahre oder länger. Nur wenn sie spröde werden oder Risse bekommen (was bei älteren Fenstern passieren kann), sollten sie erneuert werden. Die Erneuerung ist kostengünstig und kann von einem Fachhändler durchgeführt werden.
Schimmel entsteht nicht wegen der Dichtungsart, sondern durch zu hohe Luftfeuchte und fehlende Lüftung. Ein Fenster mit Anschlagdichtung, das richtig montiert und gepflegt ist, neigt nicht zu Schimmelbildung. Wenn regelmäßig gelüftet wird (3–4 mal täglich je 5–10 Minuten) und die Raumfeuchte unter 55 Prozent bleibt, gibt es keine Schimmelprobleme.
Ja, die Dichtungsprofile sitzen auf der Anschlagfläche und sind daher von innen und außen sichtbar. Dies ist ein optisches Merkmal von AD-Fenstern. Wenn Sie diese Sichtbarkeit vermeiden möchten, wäre Mitteldichtung (MD) die Alternative – dort sitzen die Dichtungen mehr verborgen in der Profilnase.
Nein, die Profilgeometrie unterscheidet sich zu sehr. Eine Umrüstung ist nicht praktikabel. Allerdings können bei Erneuerung der Fenster neue mit Mitteldichtung eingebaut werden, wenn die höhere Robustheit gewünscht wird.
Der Name kommt daher, dass die Dichtung auf der „Anschlagfläche“ sitzt – dem Punkt, wo der Fensterflügel gegen den Blendrahmen anschlägt (aufliegt). Dort wird die Dichtung beim Schließen komprimiert, was die Dichtwirkung erzeugt. Mitteldichtung heißt so, weil zusätzlich Dichtungen in der Mitte der Profilnase sitzen.
Zusammenfassung: Das sollten Sie über Anschlagdichtung wissen
Anschlagdichtung ist ein bewährtes, wirtschaftliches Dichtungssystem für Kunststofffenster, das seit Jahrzehnten millionenfach erfolgreich eingebaut ist. Die NovoLife 76 AD von FeBa nutzt diese Technologie und erfüllt alle modernen Anforderungen an Energieeffizienz, Sicherheit und Funktionalität. Die lange Lebensdauer (40+ Jahre), minimale Wartung und unkomplizierte Erneuerbarkeit machen Anschlagdichtung zu einer wirtschaftlich klugen Wahl. Die Montage muss fachgerecht sein – hier zahlt sich ein zertifizierter FeBa-Fachpartner aus, der alle Entwässerungsdetails korrekt umsetzt.
Möchten Sie mehr über die NovoLife 76 AD oder andere FeBa-Profile erfahren? Unsere Fachhändler zeigen Ihnen die Unterschiede zwischen AD und MD und helfen Ihnen, das richtige Profil für Ihr Projekt zu wählen.