Absturzsichernde Verglasung – kurz erklärt
Absturzsichernde Verglasungen sind Fenster und Verglasungen, die nach DIN 18008-4 zertifiziert sind und verhindern, dass Personen (besonders Kinder) aus Fenstern in die Tiefe fallen. Sie sind in Kategorien A, B und C eingeteilt, je nach Absturzhöhe und Nutzungsart. An Gebäuden über 10 Metern sind solche Verglasungen oft gesetzlich Pflicht.
Wann ist absturzsichernde Verglasung Pflicht?
Absturzsicherung ist ein wichtiges Sicherheitsthema, das in der Technischen Regel Absturzsicherung (TRAV) und der Norm DIN 18008-4 festgelegt ist. Überall dort, wo aus Fenstern oder Verglasungen ein Absturz möglich ist und Menschen gefährdet sind, muss absturzsichernde Verglasung eingebaut werden. Das betrifft vor allem höher gelegene Fenster (ab ca. 5 Metern), Fenster in Kinderzimmern, Büros und öffentlichen Gebäuden. FeBa rüstet Fenster mit Sicherheitssystemen aus, die diese Anforderungen erfüllen und dabei den architektonischen Anspruch bewahren.
Die drei Kategorien: A, B und C
Kategorie A – Minimale Anforderungen
Kategorie A gilt für Fenster, bei denen ein Absturz aus niedriger Höhe (bis ca. 3-5 Meter) möglich ist, oder für Wohnbereiche mit geringem Verletzungsrisiko. Ein Fenster der Kategorie A muss so beschaffen sein, dass eine Person nicht ohne weiteres durchfallen kann. Das bedeutet: Das Fenster muss eine Mindeststörmer-Widerstandsfähigkeit haben, aber nicht unbedingt vollständig Sturz-sichere Verglasung. In der Praxis genügt oft ein stabiler Fensterrahmen mit eingebauten Begrenzungselementen.
Kategorie B – Mittlere Anforderungen
Kategorie B ist der Standard für mittlere Absturzhöhen (ca. 5-10 Meter). Das Fenster muss mit einer Sicherheitsverglasung ausgerüstet sein, die bei Bruch nicht zu großen, scharfkantigen Scherben führt. Hier kommt oft Verbundsicherheitsglas (VSG) zum Einsatz – ein Mehrschichtsystem, bei dem die Scheiben mit einer Kunststoffschicht verbunden sind. Im Bruchfall hält die Kunststoffschicht die Scherben zusammen und verhindert einen freien Fall.
Kategorie C – Maximale Sicherheit
Kategorie C ist für hohe Absturzhöhen (über 10 Meter) oder für öffentliche Gebäude mit hohem Sicherheitsanspruch vorgeschrieben. Die Verglasung muss so robust sein, dass selbst bei Sicherheitsbruch die Scherben zusammenhängend bleiben und kein Durchfall möglich ist. Das wird mit mehrschichtigem VSG oder mit zusätzlichen Netz-Kunststoff-Systemen erreicht. Diese Verglasungen sind robust und teuer, aber unverzichtbar in Hochhäusern oder in Gebäuden mit vielen Kindern.
Übrigens: Die Höhe ist ausschlaggebend
Die Absturzhöhe wird von der Oberfläche des Fußbodens bis zur Brüstungskante gemessen. Ein Fenster in einem 3-Geschosser ist weniger kritisch als eines in einem 5-Geschosser. Aber auch Flachdachfenster (wo die Höhe gering ist, aber die Fläche offen ist) müssen gesichert sein. FeBa hilft bei der Beurteilung: In Zweifelsfall ist es besser, eine zu sichere Kategorie zu wählen als eine zu unsichere.
Vorteil: Sicherheit und Design schließen sich nicht aus
Moderne Verbundsicherheitsglässer sind optisch kaum von normalen Fenstern zu unterscheiden. Sie sind klar, farblos und beeinträchtigen die Ästhetik nicht. Mit modernen Fensterrahmen-Designs (z. B. FeBa NovoLife 76 AD) verschmilzt die Sicherheitskomponente nahtlos mit dem Gesamteindruck. Sie bekommen Sicherheit ohne Verzicht auf Eleganz.
Technische Lösungen: Welche Verglasungen passen?
Die gängigsten Lösungen sind Verbundsicherheitsglas (VSG) und Einscheibensicherheitsglas (ESG). VSG besteht aus zwei oder mehr Glasscheiben, die mit einer reißfesten Kunststofffolie verbunden sind. Im Bruchfall bleibt die Folie stabil und hält die Scherben zusammen. ESG ist eine einzelne Glasscheibe, die durch thermische Vorspannung gehärtet ist – sie zerbricht nicht in scharfe Splitter, sondern in kleine, stumpfe Körnchen. Für absturzsichernde Verglasungen wird meist VSG verwendet, weil es zuverlässiger verhindert, dass Scherben herausfallen.
Besonderheiten bei großflächigen Verglasungen
Vorsicht: Glaslose Öffnungen brauchen Geländer
Wenn ein Fenster verschiebbar ist (Schiebetür, Dreh-Kipp-Fenster), ist die Öffnung nicht durch Glas geschützt. In diesem Fall muss zusätzlich ein Schutzgeländer (mind. 110-120 cm hoch) vor der Öffnung vorhanden sein. Das ist unabhängig von der Glassorte. Ein breites Schiebe-Fenster zum Balkon braucht also zusätzlich ein robustes Balkongeländer – nicht nur das Fenster allein.
Tipp: Frühzeitig mit Planer abstimmen
Absturzsicherung ist ein Planungsthema – nicht etwas, das man hinterher improvisiert. Wenn Sie ein Haus mit großflächigen Verglasungen, Balkönen oder Obergeschoß-Fenstern planen, besprechen Sie mit Ihrem Architekten und FeBa frühzeitig die Kategorisierung. So werden die richtigen Gläser bereits in die Fensterspezifikation aufgenommen, ohne teure Nachbesserungen.
Häufige Fragen zu absturzsichernden Verglasungen
Ja, das ist eine verbreitete Anforderung. Kinderzimmer sind Kategorie B (mindestens). Das Fenster darf nicht so konstruiert sein, dass ein Kind es einfach öffnen und hinausfallen kann. Das kann durch ein stabiles VSG-Glas oder durch eine Fenster-Sicherheitsvorrichtung (z. B. ein Sperr-Riegel) realisiert werden. Fragen Sie Ihren FeBa Fachpartner, welche Lösung zu Ihrem Fenster passt.
Ja, aber mit Einschränkungen. Ein Austausch des Glases ist möglich – die Einscheiben müssen dann durch VSG ersetzt werden. Wenn Sie vorausschauend planen, ist es sinnvoller, das richtige Glas direkt beim Neubau oder bei der Sanierung einzubauen.
Nicht ganz. Sicherheitsglas ist ein Oberbegriff – dazu gehören ESG (Einscheibensicherheitsglas) und VSG (Verbundsicherheitsglas). Absturzsichernde Verglasung ist eine spezifische Anwendung von Sicherheitsglas, zertifiziert nach DIN 18008-4. Ein VSG ist absturzsicher, aber nicht alle Sicherheitsgläser sind absturzsicher nach Norm.
Sehr gut. Moderne VSG-Gläser können mit Wärmedämm-Beschichtungen versehen werden (Low-E-Coating). Sie bekommen also Sicherheit UND hohe Isolierwerte. Damit erreichen Sie Energieeffizienz-Standards wie KfW 55 oder besser – sogar mit absturzsichernder Ausführung.
Zusammenfassung: Das sollten Sie über absturzsichernde Verglasung wissen
Absturzsichernde Verglasung ist ein wichtiger Sicherheitsstandard, besonders in Häusern mit Kindern und in höher gelegenen Gebäuden. Die Kategorien A, B und C unterscheiden sich je nach Absturzhöhe und Nutzung – die Norm DIN 18008-4 und die TRAV geben klare Vorgaben. Verbundsicherheitsglas (VSG) ist die beste Lösung und kostet nur unwesentlich mehr als Standardglas, wenn Sie es direkt beim Fenstereinbau einbauen. FeBa bietet absturzsichernde Verglasungen für alle seine Fenster-Systeme an und berät Sie bei der Kategorisierung Ihrer Fenster.
Unsicher, welche Kategorie Ihre Fenster brauchen? FeBa Fachpartner bewerten Ihre Situation und empfehlen die richtige Lösung – sicher und fachgerecht.