Wärmedurchgangskoeffizient

Wärmedurchgangskoeffizient: Was U-Werte bei Fenstern bedeuten und warum sie zählen

Wärmedurchgangskoeffizient – kurz erklärt

Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, gibt an, wie viel Wärmeenergie pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch ein Bauteil verloren geht. Die Einheit ist W/(m²K). Bei Fenstern unterscheidet man Uw (gesamtes Fenster), Ug (Verglasung) und Uf (Rahmen). Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.

Was ist der Wärmedurchgangskoeffizient?

Der Wärmedurchgangskoeffizient beschreibt, wie schnell Wärme durch ein Bauteil von der warmen zur kalten Seite wandert. Im Fensterbau ist er der wichtigste Kennwert für die Energieeffizienz: Er bestimmt, wie viel Heizwärme Ihre Fenster nach außen verlieren. International wird dieser Wert als U-Wert bezeichnet, wobei das „U“ historisch für den Buchstaben steht, der in der Wärmelehre den Wärmedurchgang kennzeichnet.

Für Bauherren und Renovierer sind U-Werte die wichtigste Vergleichsgröße beim Fensterkauf. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) definiert Höchstwerte, die bei Neubau und Sanierung eingehalten werden müssen. Auch die Förderfähigkeit über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) hängt vom U-Wert ab.

Die verschiedenen U-Werte bei Fenstern: Uw, Ug, Uf und Psi

Ein Fenster besteht aus unterschiedlichen Materialien, die jeweils unterschiedlich gut dämmen. Deshalb gibt es nicht einen einzigen U-Wert, sondern mehrere Teilwerte, die zusammen den Gesamtwert ergeben. Die Buchstaben hinter dem „U“ verraten, auf welches Bauteil sich der Wert bezieht.

Uw-Wert: Der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters

Der Uw-Wert (w = window) beschreibt die Dämmleistung des kompletten Fensters inklusive Rahmen, Verglasung und Glasrandverbund. Er wird nach DIN EN ISO 10077 berechnet und ist der entscheidende Kennwert für die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen. Das GEG fordert bei einer Fenstersanierung einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K). Für KfW-Förderung liegt die Grenze bei 0,95 W/(m²K). Moderne Fenster mit Dreifachverglasung erreichen Uw-Werte zwischen 0,7 und 0,9 W/(m²K).

Ug-Wert: Der Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung

Der Ug-Wert (g = glazing) gibt an, wie viel Wärme durch die Glasfläche entweicht. Er hängt von der Anzahl der Scheiben, den Beschichtungen und der Gasfüllung in den Scheibenzwischenräumen ab. Moderne Dreifachverglasungen mit Low-E-Beschichtung und Argonfüllung erreichen Ug-Werte von 0,5 bis 0,7 W/(m²K). Da das Glas typischerweise 70 bis 80 Prozent der Fensterfläche ausmacht, hat der Ug-Wert großen Einfluss auf den Gesamt-Uw-Wert.

Uf-Wert: Der Wärmedurchgangskoeffizient des Rahmens

Der Uf-Wert (f = frame) beschreibt die Dämmleistung des Rahmenprofils. Bei Kunststoffprofilen wird er durch die Bautiefe, die Anzahl der Kammern und eventuelle Dämmeinlagen bestimmt. Hochwertige Profile mit Bautiefen ab 80 mm erreichen Uf-Werte um 1,0 bis 1,2 W/(m²K). Einfachere Profile mit geringerer Bautiefe liegen bei 1,3 bis 1,6 W/(m²K). Bei Aluminiumprofilen sorgt die thermische Trennung zwischen Innen- und Außenschale für akzeptable Uf-Werte.

Psi-Wert: Die Wärmebrücke am Glasrand

Der Psi-Wert (Ψ) beschreibt den zusätzlichen Wärmeverlust am Glasrandverbund, also dort, wo die Verglasung auf den Rahmen trifft. Herkömmliche Aluminium-Abstandhalter leiten viel Wärme und erhöhen den Uw-Wert. Warme-Kante-Abstandhalter aus Kunststoff oder Edelstahl reduzieren diese Wärmebrücke auf Psi-Werte von 0,03 bis 0,04 W/(mK) und senken den Uw-Wert um bis zu 0,2 W/(m²K).

Übrigens: Der Begriff „Warme Kante“ bezieht sich auf die Temperatur am Glasrand. Bei einem Fenster mit Warme-Kante-Abstandhalter ist der Glasrand innen mehrere Grad wärmer als bei einem Aluminium-Abstandhalter. Das verhindert Kondenswasser und Schimmelbildung am Glasrand.

Wie wird der U-Wert bei Fenstern berechnet?

Die Berechnung des Uw-Werts nach DIN EN ISO 10077-1 berücksichtigt die Flächenanteile von Glas und Rahmen sowie die Länge des Glasrandverbunds. Vereinfacht dargestellt: Der Uw-Wert ergibt sich aus dem flächengewichteten Mittel von Ug- und Uf-Wert plus dem Psi-Wert multipliziert mit der Glasrandlänge, geteilt durch die Gesamtfläche.

In der Praxis bedeutet das: Der Uw-Wert ist keine feste Eigenschaft eines Fenstersystems, sondern hängt von der konkreten Größe und Form des Fensters ab. Ein großes Fenster mit viel Glasfläche hat einen besseren Uw-Wert als ein kleines Fenster mit dem gleichen Profil und der gleichen Verglasung, weil der Rahmenanteil prozentual geringer ist. Für den Vergleich verschiedener Systeme werden deshalb Referenzfenster in standardisierten Größen herangezogen.

Vorteile niedriger U-Werte für Ihr Zuhause

Fenster mit niedrigen U-Werten sparen Heizenergie und senken damit die Betriebskosten Ihres Hauses. Der Unterschied ist beträchtlich: Ein Fenster mit Uw 0,8 statt 2,5 W/(m²K) verliert rund 70 Prozent weniger Wärme. Bei einem Einfamilienhaus mit 20 Quadratmetern Fensterfläche summiert sich das über eine Heizperiode auf eine Einsparung von mehreren hundert Euro.

Darüber hinaus steigt der Wohnkomfort deutlich. Fenster mit niedrigen U-Werten haben innen höhere Oberflächentemperaturen, was Zuglufterscheinungen verhindert und Kondenswasser an den Scheiben vermeidet. Die NovoLife-Profilsysteme der FeBa Fensterbau GmbH sind mit Bautiefen von 76 bis 88 mm so konstruiert, dass sie in Kombination mit Dreifachverglasung sehr niedrige Uw-Werte erzielen.

Fenster mit einem Uw-Wert unter 0,95 W/(m²K) erfüllen die Voraussetzungen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Damit können Sie beim Fenstertausch Zuschüsse von bis zu 20 Prozent der Investitionskosten erhalten.

Worauf sollten Sie beim Wärmedurchgangskoeffizienten achten?

Bestehen Sie beim Fensterkauf immer auf den Uw-Wert, nicht nur auf den Ug-Wert der Verglasung. Der Uw-Wert ist der einzige Wert, der die tatsächliche Dämmleistung des gesamten Fensters abbildet. Achten Sie darauf, dass der Uw-Wert für Ihre konkreten Fenstermaße berechnet wurde und nicht nur für ein standardisiertes Referenzfenster.

Berücksichtigen Sie auch den Einbau: Die beste Verglasung und das beste Profil nützen wenig, wenn die Montage nicht fachgerecht ausgeführt wird. Eine RAL-konforme Montage stellt sicher, dass die Anschlussfuge zwischen Fenster und Mauerwerk dauerhaft dicht und gedämmt bleibt.

Vorsicht: Manche Anbieter bewerben ihre Fenster mit dem Ug-Wert statt dem Uw-Wert. Das erweckt den Eindruck besserer Dämmung, als das Fenster tatsächlich bietet. Fragen Sie immer gezielt nach dem Uw-Wert.

Tipp: Lassen Sie sich vom Fachhändler eine Aufstellung aller Teil-U-Werte (Ug, Uf, Psi) geben. So erkennen Sie, wo die Schwachstellen des Systems liegen und welche Verbesserungen den größten Effekt hätten.

Häufige Fragen zum Wärmedurchgangskoeffizienten

Das GEG schreibt bei der Sanierung von Fenstern einen maximalen Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) vor. Bei Haustüren gilt ein Ud-Wert von maximal 1,8 W/(m²K). Im Neubau werden die Anforderungen über den Gesamtenergiebedarf des Gebäudes definiert, was in der Praxis ähnliche oder noch niedrigere U-Werte erfordert.

Ein Uw-Wert von 0,8 W/(m²K) bedeutet, dass pro Quadratmeter Fensterfläche und pro Grad Temperaturdifferenz 0,8 Watt Wärme verloren gehen. Bei einer Innentemperatur von 20 Grad und einer Außentemperatur von 0 Grad verliert ein Quadratmeter Fensterfläche also 16 Watt. Das ist ein sehr guter Wert, der deutlich unter den GEG-Anforderungen liegt.

Der Uw-Wert berücksichtigt neben der Verglasung auch den Rahmen und den Glasrandverbund. Da der Rahmen in der Regel schlechter dämmt als modernes Isolierglas, fällt der Uw-Wert immer höher (schlechter) aus als der Ug-Wert. Bei einem kleinen Fenster ist der Unterschied größer, weil der Rahmenanteil prozentual höher ist.

Die Möglichkeiten sind begrenzt. Neue Dichtungen können Zugluft reduzieren, verbessern aber nicht den U-Wert des Glases oder Rahmens. Ein Scheibentausch von Zweifach- auf Dreifachglas ist nur möglich, wenn das Profil die nötige Glasaufnahmetiefe bietet. In den meisten Fällen bringt ein kompletter Fenstertausch das beste Ergebnis.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über den Wärmedurchgangskoeffizienten wissen

Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) misst den Wärmeverlust durch ein Bauteil in W/(m²K). Bei Fenstern gibt es Uw (Gesamtfenster), Ug (Glas), Uf (Rahmen) und den Psi-Wert (Glasrand). Das GEG fordert maximal Uw 1,3, für BEG-Förderung sind maximal 0,95 nötig. Moderne Fenster erreichen 0,7 bis 0,9 W/(m²K). Vergleichen Sie immer den Uw-Wert, nicht nur den Glaswert.

Sie möchten wissen, welche U-Werte Ihre neuen Fenster erreichen können? Unsere Fachhändler berechnen die Werte für Ihre individuellen Fenstermaße und beraten Sie zu allen Fördermöglichkeiten.