Wärmedämmglas

Wärmedämmglas: Wie die unsichtbare Beschichtung Heizkosten senkt

Wärmedämmglas – kurz erklärt

Wärmedämmglas ist Isolierglas mit einer hauchdünnen, unsichtbaren Metalloxid-Beschichtung (Low-E-Beschichtung), die Wärmestrahlung reflektiert. Dadurch bleibt die Heizwärme im Raum, statt durch das Fenster nach außen zu entweichen. Wärmedämmglas ist heute der Standard bei allen neuen Fensterverglasungen und die wichtigste Einzelmaßnahme für die Energieeffizienz von Fenstern.

Was ist Wärmedämmglas und wie unterscheidet es sich von normalem Isolierglas?

Wärmedämmglas ist eine Weiterentwicklung des Isolierglases, bei der eine oder mehrere Glasscheiben mit einer Low-E-Beschichtung (Low Emissivity = niedrige Wärmeabstrahlung) versehen sind. Diese nur wenige Nanometer dünne Metalloxidschicht reflektiert langwellige Wärmestrahlung, die von Heizkörpern, Möbeln und Wänden abgegeben wird, zurück in den Raum. Normales, unbeschichtetes Isolierglas lässt diese Strahlung hingegen weitgehend passieren.

Der Unterschied ist erheblich: Unbeschichtetes Zweifach-Isolierglas hat einen Ug-Wert von etwa 2,8 W/(m²K). Mit Low-E-Beschichtung sinkt dieser Wert auf rund 1,1 W/(m²K) bei Zweifachverglasung und bis zu 0,5 W/(m²K) bei Dreifachverglasung. Wärmedämmglas ist damit die zentrale Technologie, die moderne Fenster zu Energiesparern macht.

So funktioniert die Low-E-Beschichtung

Die Low-E-Beschichtung besteht aus einer hauchdünnen Schicht aus Silberoxid oder Zinnoxid, die im Vakuum auf die Glasoberfläche aufgedampft wird. Diese Schicht ist mit bloßem Auge nicht sichtbar und beeinträchtigt weder die Lichtdurchlässigkeit noch die Farbwiedergabe. Sie wirkt jedoch wie ein Spiegel für Infrarotstrahlung: Kurzwellige Sonnenstrahlung kann die Beschichtung passieren und den Raum erwärmen, während langwellige Wärmestrahlung aus dem Raum reflektiert wird.

Die Beschichtung wird immer auf einer innenliegenden Scheibenoberfläche angebracht, also auf der dem Scheibenzwischenraum zugewandten Seite. So ist sie vor Berührung und Beschädigung geschützt. Bei Dreifach-Wärmedämmglas tragen in der Regel zwei Scheiben eine Low-E-Beschichtung, was die Reflexionswirkung verdoppelt.

Übrigens: Sie können selbst prüfen, ob Ihre Verglasung eine Low-E-Beschichtung hat. Halten Sie eine Flamme (Feuerzeug oder Kerze) dicht vor die Scheibe und betrachten Sie die Spiegelbilder. Bei Isolierglas sehen Sie vier Reflexionen (zwei pro Scheibe). Ist eine davon in einer anderen Farbe (meist bläulich oder gelblich), ist dort die Low-E-Beschichtung aufgebracht.

Arten von Wärmedämmglas-Beschichtungen

Es gibt zwei Haupttypen: Die sogenannte „harte“ Beschichtung (pyrolytisch) wird bei der Glasherstellung direkt auf das heiße Glas aufgebracht und ist kratzfest, dämmt aber weniger gut. Die „weiche“ Beschichtung (kathodische Zerstäubung im Vakuum) wird nachträglich aufgebracht und erreicht deutlich bessere Dämmwerte, muss aber im geschützten Scheibenzwischenraum liegen. Heutige Wärmedämmgläser verwenden fast ausschließlich die leistungsfähigere Vakuum-Beschichtung.

Vorteile von Wärmedämmglas für Ihre Energiekosten

Wärmedämmglas senkt den Energieverlust durch Fensterflächen drastisch. Ein Fenster mit moderner Wärmedämmverglasung verliert pro Quadratmeter und Jahr nur noch einen Bruchteil der Energie eines unbeschichteten Isolierglases. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 20 bis 25 Quadratmetern Fensterfläche kann der Austausch alter Verglasungen gegen Wärmedämmglas die jährlichen Heizkosten um mehrere Hundert Euro senken.

Neben der Energieeinsparung verbessert Wärmedämmglas den Wohnkomfort deutlich. Die Innenseite der Scheibe bleibt auch bei niedrigen Außentemperaturen warm, was Kaltluftzonen am Fenster verhindert und das Raumklima gleichmäßiger macht. Kondenswasser an der Scheibeninnenseite tritt bei modernem Wärmedämmglas praktisch nicht mehr auf.

Modernes Wärmedämmglas mit Low-E-Beschichtung lässt rund 80 Prozent des sichtbaren Tageslichts passieren und bietet damit nahezu die gleiche Helligkeit wie unbeschichtetes Glas. Die Energieeinsparung geht also nicht auf Kosten des Tageslichts.

Worauf sollten Sie bei Wärmedämmglas achten?

Entscheidend ist der Ug-Wert der Verglasung und der Uw-Wert des gesamten Fensters. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für neue Fenster einen maximalen Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) vor. Für Förderprogramme der KfW oder des BAFA gelten noch strengere Anforderungen von maximal 0,95 W/(m²K). Achten Sie außerdem darauf, dass die Wärmedämmverglasung zum Fensterprofil passt: Ein Profil mit zu geringer Bautiefe kann die Dämmleistung des Glases nicht voll ausschöpfen.

Auch der g-Wert verdient Beachtung. Er gibt an, wie viel Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelangt. Ein niedriger g-Wert schützt vor sommerlicher Überhitzung, reduziert aber auch die solaren Wärmegewinne im Winter. Die optimale Balance hängt von der Himmelsrichtung und der Verschattungssituation ab.

Vorsicht: Achten Sie bei der Fensterberatung auf den Unterschied zwischen Ug-Wert (nur Glas) und Uw-Wert (gesamtes Fenster). Ein günstiges Fenster kann trotz guter Verglasung einen schlechten Uw-Wert haben, wenn der Rahmen schlecht dämmt. Vergleichen Sie immer den Uw-Wert.

Tipp: Wenn Sie Fenster mit Wärmedämmglas tauschen lassen, prüfen Sie vorab die Fördermöglichkeiten. Der Antrag muss in der Regel vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Ihr FeBa-Fachhändler kann Sie über aktuelle Programme und Voraussetzungen informieren.

Häufige Fragen zu Wärmedämmglas

Halten Sie eine Flamme vor die Scheibe und betrachten Sie die Reflexionen. Bei Isolierglas sehen Sie mehrere Spiegelbilder der Flamme. Ist eines davon in einer anderen Farbe als die übrigen, befindet sich dort eine Low-E-Beschichtung. Alternativ gibt ein Blick auf den Glasaufbau-Sticker am Fensterrahmen oder die Fensterunterlagen Aufschluss.

Wenn Ihre Fenster noch unbeschichtetes Isolierglas aus den 1980er- oder 1990er-Jahren haben, lohnt sich der Wechsel in der Regel deutlich. Sie verbessern den Ug-Wert von etwa 2,8 auf 1,1 W/(m²K) oder besser und sparen spürbar Heizkosten. In vielen Fällen ist die Maßnahme zusätzlich förderfähig, was die Amortisationszeit verkürzt.

Kaum. Moderne Low-E-Beschichtungen lassen rund 80 Prozent des sichtbaren Tageslichts passieren. Das ist nur wenige Prozentpunkte weniger als bei unbeschichtetem Glas. Die Farbneutralität aktueller Beschichtungen ist so hoch, dass der Unterschied im Alltag nicht wahrnehmbar ist.

Beide Glasarten schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Wärmedämmglas reflektiert Wärmestrahlung aus dem Raum zurück und senkt die Heizkosten im Winter. Sonnenschutzglas reflektiert zusätzlich solare Einstrahlung und reduziert die Aufheizung im Sommer. Auf der Südseite kann eine Kombination aus beiden Funktionen sinnvoll sein.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über Wärmedämmglas wissen

Wärmedämmglas ist Isolierglas mit einer Low-E-Beschichtung, die Wärmestrahlung reflektiert und so Heizkosten senkt. Der Ug-Wert sinkt von 2,8 auf 1,1 W/(m²K) bei Zweifachverglasung bzw. 0,5 W/(m²K) bei Dreifachverglasung. Das Tageslicht wird dabei kaum beeinträchtigt. Achten Sie beim Fensterkauf immer auf den Uw-Wert (gesamtes Fenster), nicht nur auf den Ug-Wert (nur Glas). Förderprogramme machen den Wechsel auf moderne Wärmedämmverglasung finanziell attraktiv.

Sie möchten Ihre Fenster mit moderner Wärmedämmverglasung ausstatten? Unsere Fachhändler beraten Sie gerne zu den besten Optionen und aktuellen Fördermöglichkeiten.