Verbundsicherheitsglas (VSG)

Verbundsicherheitsglas (VSG): Warum Sicherheitsfolie Ihr Fenster schützt

Verbundsicherheitsglas (VSG) – kurz erklärt

Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus zwei oder mehr Glasscheiben, die durch eine reißfeste Kunststofffolie (meist PVB) dauerhaft miteinander verbunden sind. Bei Bruch hält die Folie die Glassplitter zusammen, sodass keine scharfkantigen Bruchstücke herunterfallen. VSG bietet damit sowohl Verletzungsschutz als auch Durchwurf- und Durchbruchhemmung.

Was ist VSG und wie ist es aufgebaut?

Verbundsicherheitsglas ist ein Sicherheitsglas, bei dem mindestens zwei Glasscheiben mit einer oder mehreren zähelastischen Kunststofffolien unter Hitze und Druck dauerhaft verbunden werden. Die am häufigsten verwendete Folie ist PVB (Polyvinylbutyral), bei besonderen Anforderungen kommen auch Ionoplast-Folien (z. B. SentryGlas) oder EVA-Folien zum Einsatz.

Das Besondere an VSG: Selbst wenn beide Glasscheiben brechen, bleibt der Verbund intakt. Die Splitter kleben an der Folie und die Öffnung bleibt verschlossen. Genau diese Resttragfähigkeit macht VSG zum bevorzugten Sicherheitsglas überall dort, wo Personen vor herabfallenden Glasteilen, Absturz oder Einbruch geschützt werden müssen.

Herstellung und Aufbau von VSG

Bei der Herstellung wird die PVB-Folie zwischen die sauber gereinigten Glasscheiben gelegt. In einem Vorverbund werden Luft und Feuchtigkeit durch Walzen entfernt. Anschließend wird der Verbund im Autoklaven bei etwa 140 Grad Celsius und rund 12 bar Druck endgültig zusammengepresst. Die Folie wird dabei transparent und verbindet sich dauerhaft mit den Glasoberflächen.

Die Bezeichnung verrät den Aufbau: VSG aus zwei Scheiben à 4 mm mit einer Folienlage wird als „VSG 8.2“ oder „VSG 4/4“ geschrieben. Für erhöhten Einbruchschutz kommen mehrere Folienlagen oder dickere Scheiben zum Einsatz. Die Schutzklassen nach DIN EN 356 reichen von P1A (Durchwurfhemmung) bis P8B (Durchbruchhemmung mit Axt).

Übrigens: Die PVB-Folie in VSG ist nur 0,38 mm dünn pro Lage, hält aber bis zu 150 kg Last pro Zentimeter Breite aus. Bei Sicherheitsverglasungen werden bis zu sechs Folienlagen übereinander eingesetzt, um die geforderte Widerstandsklasse zu erreichen.

Unterschied zwischen VSG und ESG

VSG und ESG sind beides Sicherheitsgläser, erfüllen aber unterschiedliche Schutzfunktionen. ESG ist durch thermisches Vorspannen bruchfester und zerfällt bei Bruch in stumpfe Krümel. Es schützt vor Schnittverletzungen, gibt aber die Öffnung sofort frei. VSG dagegen hält bei Bruch zusammen und behält seine Resttragfähigkeit. Deshalb wird VSG überall dort eingesetzt, wo der Glasverbund nach dem Bruch intakt bleiben muss: bei Absturzsicherungen, Überkopfverglasungen und einbruchhemmenden Fenstern.

Vorteile von VSG bei Fenstern und Haustüren

Der größte Vorteil von VSG ist die Resttragfähigkeit: Die Verglasung bleibt auch nach einem Bruch in der Öffnung und verhindert, dass Glasstücke herunterfallen und Personen verletzen. Bei Absturzsicherungen, etwa an bodentiefen Fenstern in Obergeschossen, ist das ein entscheidender Sicherheitsfaktor.

Darüber hinaus bietet VSG wirkungsvollen Einbruchschutz. Je nach Anzahl der Folienlagen und Glasdicke widersteht es dem Durchschlagen mit Gegenständen oder sogar gezielten Angriffen mit Werkzeug. Fenster und Haustüren mit VSG-Verglasung machen es Einbrechern deutlich schwerer, in kurzer Zeit eine Öffnung zu schaffen. Die FeBa Fensterbau GmbH setzt in ihren Sicherheitsausstattungen protect+ und highprotect auf VSG-Verglasungen, die je nach Anforderung in verschiedenen Schutzklassen verfügbar sind.

VSG bietet neben der Sicherheit einen weiteren Vorteil: Die PVB-Folie dämpft Schallwellen und verbessert so den Schallschutz des Fensters. Spezielle Schallschutz-VSG-Gläser mit akustisch optimierter Folie erreichen eine um bis zu 3 dB bessere Schalldämmung als Standard-Isolierglas gleicher Dicke.

Wann ist VSG bei Fenstern vorgeschrieben?

VSG ist unter anderem bei Überkopfverglasungen (z. B. Glasdächer, Wintergärten), bei absturzsichernden Verglasungen in Gebäuden mit mehr als 12 m Absturzhöhe und bei begehbaren Verglasungen vorgeschrieben. Auch bei Fenstern, die gleichzeitig als Absturzsicherung dienen (Kategorie C nach DIN 18008), muss die Innenscheibe aus VSG bestehen. Zusätzlich fordern viele Versicherungen VSG-Verglasungen bei einbruchhemmenden Fenstern der RC-Klassen RC 2 und höher.

Vorsicht: Nicht jedes VSG ist automatisch einbruchhemmend. Für den Einbruchschutz ist die Schutzklasse nach DIN EN 356 entscheidend. Einfaches VSG mit einer Folienlage (P1A) schützt gegen Durchwurf, bietet aber keinen nennenswerten Schutz gegen gezielten Durchbruch mit Werkzeug. Für Einbruchschutz ab RC 2 ist mindestens die Klasse P4A erforderlich.

Tipp: Bei der Nachrüstung von Bestandsfenstern mit VSG sollten Sie prüfen, ob Rahmen und Beschläge die höhere Glaslast tragen können. VSG ist schwerer als normales Isolierglas. Im Zweifel ist ein kompletter Fenstertausch die sicherere und oft wirtschaftlichere Lösung.

Häufige Fragen zu Verbundsicherheitsglas

VSG trägt nach DIN EN 14449 eine permanente Kennzeichnung, meist einen kleinen Stempel in einer Ecke der Scheibe. Zusätzlich können Sie VSG an der Glaskante erkennen: Bei genauem Hinsehen ist die Folienschicht zwischen den Scheiben als dünne Linie sichtbar. Im eingebauten Zustand gibt der Glasaufbau-Sticker am Fensterrahmen oder die Fensterunterlagen Aufschluss.

Grundsätzlich ja, wenn die Bautiefe des Fensterprofils den dickeren Glasaufbau aufnimmt und der Beschlag das höhere Gewicht tragen kann. In der Praxis stößt die Nachrüstung bei älteren Fensterrahmen oft an Grenzen. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob Ihr bestehendes Fenster für eine VSG-Nachrüstung geeignet ist.

Ja, die PVB-Folie in VSG filtert rund 99 Prozent der UV-Strahlung heraus. Das schützt Möbel, Böden und Textilien im Raum vor dem Ausbleichen. Dieser UV-Schutz ist ein willkommener Nebeneffekt der Sicherheitsfolie und bei normalem Isolierglas ohne VSG nicht in diesem Umfang gegeben.

Die Klassen nach DIN EN 356 beschreiben die Widerstandsfähigkeit der Verglasung. P1A bis P5A sind durchwurfhemmend und werden mit einer 4,11 kg schweren Stahlkugel geprüft, die aus unterschiedlichen Höhen auf das Glas fällt. P6B bis P8B sind durchbruchhemmend und müssen Angriffen mit einer Axt für eine bestimmte Anzahl von Schlägen standhalten.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über VSG wissen

VSG besteht aus Glasscheiben, die durch eine reißfeste PVB-Folie verbunden sind. Bei Bruch hält der Verbund zusammen und bewahrt die Resttragfähigkeit. VSG schützt vor herabfallenden Glassplittern, Absturz und je nach Schutzklasse auch vor Einbruch. Es ist bei Überkopfverglasungen, absturzsichernden Verglasungen und einbruchhemmenden Fenstern vorgeschrieben. Achten Sie auf die richtige Schutzklasse nach DIN EN 356 und lassen Sie sich fachkundig beraten.

Sie möchten Ihre Fenster oder Haustüren mit Sicherheitsglas ausstatten? Unsere Fachhändler beraten Sie gerne zu den passenden VSG-Lösungen und Schutzklassen.