Scheibenzwischenraum (SZR)

Scheibenzwischenraum (SZR): Wie der Abstand zwischen den Scheiben die Dämmung beeinflusst

Scheibenzwischenraum (SZR) – kurz erklärt

Der Scheibenzwischenraum (SZR) ist der Abstand zwischen den Glasscheiben einer Isolierglaseinheit. Er wird in Millimetern angegeben und ist mit einem Edelgas wie Argon oder Krypton gefüllt. Die Breite des SZR beeinflusst die Wärmedämmung und den Schallschutz des Fensters.

Was ist der Scheibenzwischenraum (SZR)?

Der Scheibenzwischenraum, abgekürzt SZR, bezeichnet den Hohlraum zwischen zwei benachbarten Glasscheiben im Isolierglas. Er wird durch den Abstandhalter definiert, der umlaufend zwischen den Scheiben sitzt. In modernem Isolierglas ist dieser Raum nicht einfach mit Luft gefüllt, sondern enthält ein Edelgas, das Wärme schlechter leitet als Luft und so die Dämmung verbessert.

Für die Energieeffizienz eines Fensters spielt der SZR eine zentrale Rolle. Seine Breite und die Art der Gasfüllung bestimmen maßgeblich den Ug-Wert der Verglasung, also den Wärmedurchgangskoeffizienten des Glases.

Wie breit sollte der Scheibenzwischenraum sein?

Die optimale Breite des SZR hängt von der gewünschten Funktion ab. Für die Wärmedämmung mit Argon-Füllung liegt das Optimum bei etwa 16 mm pro Scheibenzwischenraum. Ein schmalerer SZR bietet weniger Dämmung, ein breiterer verschlechtert den Wert paradoxerweise wieder, weil bei großem Abstand Konvektionsströmungen im Gasraum einsetzen, die Wärme transportieren.

Bei Krypton-Füllung liegt das Optimum bereits bei etwa 12 mm, da Krypton schwerer ist und die Konvektion bei geringeren Abständen unterdrückt wird. Typische Glasaufbauten bei Dreifachverglasung sind 4-16-4-16-4 mm (drei Scheiben mit je 16 mm SZR) oder 4-12-4-12-4 mm bei kompakteren Aufbauten.

Übrigens: Der Gesamtaufbau einer Dreifachverglasung mit 4-16-4-16-4 mm ist 44 mm dick. Dafür braucht das Fensterprofil eine Bautiefe von mindestens 80 mm, damit die Verglasung sicher im Flügel sitzt.

Gasfüllung im Scheibenzwischenraum: Argon, Krypton oder Luft?

Argon: der Standard bei modernem Isolierglas

Argon ist das am häufigsten verwendete Füllgas im SZR. Es hat eine um etwa 34 Prozent geringere Wärmeleitfähigkeit als Luft und ist vergleichsweise kostengünstig. Eine Argon-Füllung verbessert den Ug-Wert gegenüber Luftfüllung um rund 0,3 W/(m²K). Bei Dreifachverglasung mit zwei Argon-gefüllten Scheibenzwischenräumen werden Ug-Werte von 0,5 bis 0,7 W/(m²K) erreicht.

Krypton: maximale Dämmung auf kleinerem Raum

Krypton dämmt noch besser als Argon und ermöglicht schmale SZR-Breiten von 10 bis 12 mm bei gleicher oder besserer Wärmedämmung. Allerdings ist Krypton deutlich teurer als Argon und wird daher nur bei speziellen Anforderungen eingesetzt, etwa wenn die Profiltiefe keine breiten Glasaufbauten erlaubt. Ug-Werte von 0,4 W/(m²K) und besser sind mit Krypton realisierbar.

Luft: nur noch bei einfacher Isolierverglasung

Isolierglas mit reiner Luftfüllung wird heute kaum noch verbaut, da die Gasfüllung den Ug-Wert bei geringen Mehrkosten deutlich verbessert. Bei alten Isolierglasscheiben aus den 1980er- und 1990er-Jahren ist eine Luftfüllung jedoch noch verbreitet. Solche Verglasungen erreichen Ug-Werte von bestenfalls 1,5 bis 2,0 W/(m²K), was heutigen Anforderungen nicht mehr genügt.

Einfluss des SZR auf Wärmedämmung und Schallschutz

Die Breite des SZR wirkt sich nicht nur auf die Wärmedämmung, sondern auch auf den Schallschutz aus. Für eine gute Schalldämmung sind asymmetrische Glasaufbauten mit unterschiedlich breiten Scheibenzwischenräumen vorteilhaft. Wenn die beiden SZR einer Dreifachverglasung verschieden breit sind (z. B. 12 mm und 16 mm), werden unterschiedliche Schallfrequenzen gedämpft, was den Gesamt-Schallschutz verbessert.

Auch die Scheibendicke spielt zusammen mit dem SZR eine Rolle. Ein asymmetrischer Aufbau aus verschieden dicken Gläsern (z. B. 4 mm und 6 mm) in Kombination mit variierenden SZR-Breiten ist die wirksamste Methode, um Schallschutzklassen wie VKG 3 oder VKG 4 zu erreichen.

Eine Dreifachverglasung mit Argon-Füllung und 16 mm SZR erreicht Ug-Werte von etwa 0,5 bis 0,6 W/(m²K). Damit liegt sie weit unter den GEG-Anforderungen und spart im Vergleich zu alter Zweifachverglasung bis zu 50 Prozent der Wärmeverluste über die Glasfläche ein.

Worauf sollten Sie beim Scheibenzwischenraum achten?

Beim Fensterkauf sollten Sie den Glasaufbau genau erfragen. Die Angabe „4-16-4-16-4 Ar“ bedeutet zum Beispiel: drei 4-mm-Scheiben mit je 16 mm SZR und Argon-Füllung. Achten Sie darauf, dass der SZR auf die Gasfüllung abgestimmt ist: 16 mm für Argon, 12 mm für Krypton. Ein zu breiter oder zu schmaler SZR verschlechtert die Dämmleistung.

Vorsicht: Wenn alte Isolierglasfenster zwischen den Scheiben beschlagen, ist das Füllgas entwichen und Feuchtigkeit eingedrungen. Die Gasfüllung im SZR kann nicht nachgefüllt werden. Die gesamte Glaseinheit muss getauscht werden.

Tipp: Lassen Sie sich im Angebot den genauen Glasaufbau inklusive Gasfüllung und Beschichtung angeben. So können Sie verschiedene Angebote objektiv vergleichen und sehen auf einen Blick, ob ein Fenster mit 16 mm oder nur 12 mm SZR angeboten wird.

Häufige Fragen zum Scheibenzwischenraum

Das Edelgas wird durch Luft ersetzt, die eine höhere Wärmeleitfähigkeit hat. Der Ug-Wert der Verglasung verschlechtert sich um etwa 0,3 W/(m²K). Gleichzeitig kann Feuchtigkeit eindringen und das Glas von innen beschlagen. Ein fachgerecht gefertigter Randverbund verliert weniger als 1 Prozent Gasfüllung pro Jahr.

Nein. Ab einer bestimmten Breite setzen Konvektionsströmungen im Gasraum ein, die Wärme transportieren statt sie zu dämmen. Bei Argon liegt das Optimum bei 16 mm, bei Krypton bei 12 mm. Breitere Abstände verschlechtern den Ug-Wert wieder und erhöhen unnötig die Glasdicke und das Gewicht.

Ja, wenn Sie seitlich auf die Glaskante schauen, können Sie den Abstandhalter und den Hohlraum zwischen den Scheiben erkennen. Die genaue Breite lässt sich allerdings nur mit einem Glasdickenmessgerät oder den Herstellerunterlagen bestimmen. Viele Fenster tragen einen Aufkleber oder eine Lasergravur mit Angaben zum Glasaufbau.

Die FeBa Profilsysteme NovoLife 88 MD und NovoLife 88 MD Fusion bieten mit 88 mm Bautiefe Platz für Dreifachverglasungen mit Glasaufbauten bis 52 mm. Damit sind großzügige Scheibenzwischenräume von 16 mm bei Argon-Füllung realisierbar, die für optimale Ug-Werte sorgen.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über den Scheibenzwischenraum wissen

Der Scheibenzwischenraum (SZR) ist der gasgefüllte Hohlraum zwischen den Scheiben im Isolierglas. Die optimale Breite liegt bei 16 mm für Argon und 12 mm für Krypton. Argon ist der gängige Standard und verbessert den Ug-Wert gegenüber Luft um rund 0,3 W/(m²K). Für guten Schallschutz sind asymmetrische SZR-Breiten vorteilhaft. Lassen Sie sich beim Fensterkauf immer den genauen Glasaufbau mit SZR-Breite und Gasfüllung angeben.

Sie möchten wissen, welcher Glasaufbau für Ihr Bauvorhaben der richtige ist? Unsere Fachhändler beraten Sie gerne individuell.