Rollladen – kurz erklärt
Ein Rollladen ist ein außenliegender Sonnenschutz, der vor dem Fenster heruntergelassen wird. Er besteht aus einem Panzer (Behang) mit verbundenen Lamellen, die sich in seitlichen Führungsschienen bewegen und in einem Rollladenkasten aufgewickelt werden. Rollläden schützen vor Sonne, Kälte, Lärm und Einbruchversuchen.
Was ist ein Rollladen und wie funktioniert er?
Der Rollladen gehört zu den beliebtesten Sonnenschutzlösungen an deutschen Fenstern. Rund drei Viertel aller Wohngebäude in Deutschland sind mit Rollläden ausgestattet. Das hat gute Gründe: Kein anderes Sonnenschutzsystem vereint so viele Funktionen in einem Bauteil. Ob Hitzeschutz im Sommer, zusätzliche Wärmedämmung im Winter, Schallschutz an belebten Straßen oder Sichtschutz am Abend – der Rollladen leistet all das gleichzeitig.
Hier erfahren Sie, wie ein Rollladen aufgebaut ist, welche Rollladenarten es gibt und worauf Sie bei der Nachrüstung achten sollten.
Aufbau eines Rollladens: Panzer, Führung und Antrieb
Jeder Rollladen besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Panzer (auch Behang genannt), den Führungsschienen und dem Rollladenkasten mit Welle und Antrieb. Der Panzer setzt sich aus einzelnen Lamellen zusammen, die gelenkig miteinander verbunden sind. Beim Hochziehen wickelt sich der Panzer auf eine Welle im Rollladenkasten auf. Beim Herunterlassen gleitet er in seitlichen Führungsschienen nach unten und verschließt die Fensteröffnung.
Der Antrieb erfolgt entweder manuell über einen Gurtwickler oder eine Kurbel, oder elektrisch über einen Rohrmotor, der in der Wickelwelle sitzt. Elektrische Rollläden lassen sich per Schalter, Fernbedienung oder Smart-Home-System steuern. Zeitschaltuhren ermöglichen das automatische Öffnen und Schließen zu festgelegten Zeiten.
Übrigens: Ein vollständig geschlossener Rollladen kann den Wärmeverlust durch das Fenster um bis zu 20 Prozent reduzieren. Das liegt an der isolierenden Luftschicht, die sich zwischen Panzer und Glasscheibe bildet.
Rollladenarten im Vergleich: Aufsatz, Vorbau und Unterputz
Aufsatzrollladen
Beim Aufsatzrollladen sitzt der Rollladenkasten direkt auf dem Fensterrahmen und wird zusammen mit dem Fenster in die Maueröffnung eingesetzt. Diese Bauweise ist bei Neubauten weit verbreitet, weil sich Fenster und Rollladen in einem Arbeitsschritt montieren lassen. Der Kasten verschwindet im Mauerwerk oder in der Dämmebene und ist von außen kaum sichtbar. Moderne Aufsatzkästen sind wärmegedämmt und erreichen gute U-Werte.
Vorbaurollladen
Der Vorbaurollladen wird nachträglich auf der Außenseite des Mauerwerks oder direkt auf dem Fensterrahmen montiert. Der Rollladenkasten ist von außen sichtbar, lässt sich aber farblich an die Fassade anpassen. Vorbaurollläden sind die beste Lösung, wenn Sie Rollläden nachrüsten möchten, denn der Einbau ist ohne größere Baumaßnahmen möglich. Die Führungsschienen werden links und rechts neben dem Fenster befestigt, der Kasten oberhalb.
Unterputzrollladen
Beim Unterputzrollladen wird der Kasten in den Fenstersturz eingemauert und anschließend verputzt. Er ist nach der Montage unsichtbar. Diese Variante eignet sich vor allem für den Neubau oder umfangreiche Sanierungen, bei denen die Fassade ohnehin neu gestaltet wird.
Vorteile von Rollläden für Ihr Zuhause
Der größte Pluspunkt eines Rollladens ist seine Vielseitigkeit. Im Sommer hält er die Hitze draußen, bevor sie überhaupt auf die Fensterscheibe trifft. Ein geschlossener Rollladen reflektiert bis zu 75 Prozent der Sonnenstrahlung und senkt die Raumtemperatur spürbar. Im Winter bildet der geschlossene Panzer eine zusätzliche Dämm-Ebene vor dem Fenster.
Auch der Schallschutz profitiert: Je nach Bauart kann ein Rollladen den Lärmpegel um 5 bis 10 dB senken. Das macht einen deutlich wahrnehmbaren Unterschied, besonders in Schlafräumen an verkehrsreichen Straßen. Darüber hinaus wirken geschlossene Rollläden abschreckend auf Einbrecher. Zusammen mit einbruchhemmenden Fenstern, wie sie beispielsweise FeBa mit der highprotect-Ausstattung anbietet, entsteht ein wirksames Schutzkonzept.
Rollläden vereinen Sonnenschutz, Wärmedämmung, Schallschutz, Sichtschutz und Einbruchschutz in einem einzigen System. Kein anderes Sonnenschutzprodukt am Fenster bietet so viele Funktionen gleichzeitig.
Rollladen nachrüsten: Worauf Sie achten sollten
Wer nachträglich Rollläden einbauen möchte, greift in der Regel zum Vorbaurollladen. Vor der Bestellung sollten Sie die Fenstermaße exakt aufnehmen lassen und prüfen, ob ausreichend Platz für den Rollladenkasten oberhalb des Fensters vorhanden ist. Bei knappen Platzverhältnissen gibt es Kompaktkästen mit geringer Bauhöhe.
Entscheiden Sie sich frühzeitig, ob der Rollladen manuell oder elektrisch betrieben werden soll. Elektrische Antriebe erfordern einen Stromanschluss in der Nähe des Fensters. Wenn Sie ohnehin neue Fenster einbauen lassen, können Rollladen und Fenster als aufeinander abgestimmtes System bestellt werden.
Vorsicht: Rollladenkästen gehören zu den häufigsten Schwachstellen in der Gebäudedämmung. Achten Sie darauf, dass der Kasten wärmegedämmt ist und die Revisionsöffnung dicht schließt. Ungedämmte Altbau-Kästen sollten bei einer Sanierung unbedingt erneuert oder nachträglich isoliert werden.
Tipp: Wenn Sie Fenster und Rollladen gemeinsam erneuern, profitieren Sie von einer optimalen Abstimmung beider Komponenten. Ihr FeBa Fachpartner berät Sie, welche Rollladenlösung am besten zu Ihren neuen Fenstern passt.
Häufige Fragen zu Rollläden
Grundsätzlich ja. Vorbaurollläden lassen sich an nahezu jedem Fenster montieren, da der Kasten außen auf dem Mauerwerk oder Rahmen befestigt wird. Einschränkungen gibt es bei Dachfenstern oder Fenstern mit sehr schmalem Sturz. Ein Fachbetrieb kann die Einbausituation vor Ort prüfen und die passende Lösung vorschlagen.
Ein geschlossener Rollladen reduziert den Wärmeverlust durch das Fenster um etwa 10 bis 20 Prozent. Im Sommer kann er die solare Wärmelast um bis zu 75 Prozent verringern und so den Bedarf an Klimatisierung deutlich senken. Die tatsächliche Ersparnis hängt von der Verglasung, der Rollladenqualität und dem Nutzungsverhalten ab.
Elektrische Rollläden bieten mehr Komfort und ermöglichen die Steuerung per Zeitschaltuhr oder Smart-Home-System. Dadurch simulieren sie auch bei Abwesenheit Anwesenheit, was den Einbruchschutz erhöht. Manuelle Rollläden sind günstiger und wartungsärmer. Für schwer erreichbare Fenster oder große Rollladenflächen empfiehlt sich ein elektrischer Antrieb.
Reinigen Sie den Panzer ein- bis zweimal jährlich mit lauwarmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel. Führungsschienen sollten von Laub und Schmutz befreit werden, damit der Rollladen leichtgängig bleibt. Bei Gurtwicklern prüfen Sie regelmäßig den Zustand des Gurtes. Beschädigte Gurte oder verschlissene Lamellen sollten zeitnah ersetzt werden.
Zusammenfassung: Das sollten Sie über Rollläden wissen
Rollläden sind der vielseitigste Sonnenschutz am Fenster und bieten gleichzeitig Wärmedämmung, Schallschutz und Einbruchschutz. Die gängigsten Typen sind Aufsatz-, Vorbau- und Unterputzrollläden. Für die Nachrüstung eignen sich Vorbaurollläden am besten. Achten Sie auf einen gedämmten Rollladenkasten, um Wärmebrücken zu vermeiden. Elektrische Antriebe erhöhen den Komfort und lassen sich in Smart-Home-Systeme einbinden.
Sie planen neue Fenster mit Rollläden oder möchten Rollläden nachrüsten? Unsere Fachhändler beraten Sie gerne zu den passenden Lösungen für Ihr Zuhause.