Lichtdurchlässigkeit

Lichtdurchlässigkeit bei Fenstern: Wie viel Tageslicht kommt durch die Verglasung?

Lichtdurchlässigkeit – kurz erklärt

Die Lichtdurchlässigkeit (Lt-Wert oder Tv-Wert) gibt an, wie viel sichtbares Tageslicht durch die Fensterverglasung in den Raum gelangt. Der Wert wird in Prozent angegeben. Moderne Dreifachverglasungen erreichen 70 bis 74 Prozent, Zweifachverglasungen etwa 80 Prozent.

Was bedeutet Lichtdurchlässigkeit bei Fenstern?

Die Lichtdurchlässigkeit bei Fenstern beschreibt, welcher Anteil des sichtbaren Sonnenlichts die Verglasung durchdringt und den Innenraum erreicht. Der Fachbegriff lautet Lichttransmissionsgrad, abgekürzt Lt oder Tv (visible transmittance). Er wird nach DIN EN 410 gemessen und in Prozent angegeben: Ein Lt-Wert von 72 bedeutet, dass 72 Prozent des sichtbaren Lichts den Raum erreichen.

Für Bauherren und Bewohner ist die Lichtdurchlässigkeit ein wichtiges Komfortkriterium. Helle, lichtdurchflutete Räume steigern das Wohlbefinden, senken den Strombedarf für künstliche Beleuchtung und wirken sich positiv auf die Wohnqualität aus. Gleichzeitig muss die Lichtdurchlässigkeit mit dem Wärmeschutz und dem Sonnenschutz in Einklang gebracht werden.

Lt-Wert: Wie wird die Lichtdurchlässigkeit gemessen?

Die Messung nach DIN EN 410 berücksichtigt das gesamte Spektrum des sichtbaren Lichts (Wellenlängen von etwa 380 bis 780 Nanometer) und gewichtet es entsprechend der Empfindlichkeit des menschlichen Auges. Dabei wird der Anteil des Lichts gemessen, der die Verglasung durchdringt, ohne absorbiert oder reflektiert zu werden.

Wichtig zu wissen: Der Lt-Wert bezieht sich ausschließlich auf die Verglasung, nicht auf das gesamte Fenster. Der Rahmen blockiert einen Teil der Fensterfläche und reduziert dadurch die tatsächlich im Raum ankommende Lichtmenge. Je schmaler das Rahmenprofil und je größer die Glasfläche, desto mehr Tageslicht erreicht den Raum.

Übrigens: Das menschliche Auge kann Unterschiede in der Lichtdurchlässigkeit von weniger als 10 Prozent kaum wahrnehmen. Der Unterschied zwischen einer Zweifachverglasung (Lt 80 Prozent) und einer Dreifachverglasung (Lt 72 Prozent) ist im Alltag deshalb kaum spürbar.

Lt-Werte verschiedener Verglasungsarten im Vergleich

Einfaches Floatglas erreicht eine Lichtdurchlässigkeit von etwa 90 Prozent. Zweifachverglasung mit Low-E-Beschichtung kommt auf 78 bis 82 Prozent. Dreifachverglasung mit zwei Low-E-Beschichtungen liegt bei 70 bis 74 Prozent. Sonnenschutzglas hat je nach Intensität der Beschichtung Lt-Werte zwischen 40 und 65 Prozent. Ornamentglas und Milchglas variieren je nach Struktur und Einfärbung sehr stark.

Lichtdurchlässigkeit und Wärmeschutz: Ein Balanceakt

Jede zusätzliche Glasscheibe und jede Beschichtung reduziert die Lichtdurchlässigkeit geringfügig. Die Herausforderung der Glasindustrie besteht darin, den Wärmeschutz (niedriger Ug-Wert) zu maximieren, ohne zu viel Tageslicht zu opfern. Moderne Low-E-Beschichtungen schaffen diesen Kompromiss sehr gut: Sie reflektieren die unsichtbare Wärmestrahlung, lassen aber den größten Teil des sichtbaren Lichts passieren.

In Zahlen: Eine Dreifachverglasung mit Ug 0,6 und Lt 72 Prozent bietet hervorragenden Wärmeschutz bei nur geringfügig reduzierter Helligkeit. Im Vergleich zur alten Zweifachverglasung ohne Beschichtung (Ug 2,8, Lt 82 Prozent) verlieren Sie rund 10 Prozent Licht, sparen aber etwa 80 Prozent der Wärmeverluste ein.

Tipps für maximales Tageslicht in Ihren Räumen

Die Lichtdurchlässigkeit der Verglasung ist nur einer von mehreren Faktoren für helle Räume. Die Größe der Fenster, die Breite des Rahmenprofils und die Raumtiefe spielen eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Bodentiefe Fenster oder Fenstertüren bringen deutlich mehr Licht in den Raum als kleine Standardfenster, selbst bei gleicher Verglasung.

Bei der Fensterplanung lohnt es sich, auf schmale Rahmenprofile zu achten. Ein Profil mit 20 Prozent Rahmenanteil lässt bei gleichem Lt-Wert merklich mehr Licht in den Raum als eines mit 30 Prozent Rahmenanteil. Die FeBa Fensterbau GmbH bietet Profilsysteme mit optimiertem Verhältnis von Rahmen- zu Glasfläche, sodass möglichst viel Tageslicht in Ihre Räume gelangt.

Dreifachverglasungen mit Lt-Werten um 72 Prozent bieten für die allermeisten Wohnräume ausreichend Tageslicht. Die minimale Einbuße gegenüber Zweifachglas wird durch den deutlich besseren Wärme- und Schallschutz mehr als aufgewogen.

Worauf sollten Sie bei der Lichtdurchlässigkeit achten?

Für die meisten Wohnräume ist ein Lt-Wert von 70 Prozent und mehr völlig ausreichend. Nur in besonders tief geschnittenen Räumen oder bei Nordfenstern mit wenig direkter Besonnung kann ein höherer Lt-Wert sinnvoll sein. Sonnenschutzglas mit niedrigem Lt-Wert sollte gezielt nur dort eingesetzt werden, wo eine Überhitzung anders nicht vermeidbar ist, da es die Räume merklich verdunkelt.

Vorsicht: Sonnenschutzverglasungen mit Lt-Werten unter 50 Prozent können Räume spürbar verdunkeln und den Bedarf an künstlicher Beleuchtung erhöhen. Prüfen Sie, ob ein außenliegender Sonnenschutz die bessere Alternative ist.

Tipp: Achten Sie beim Vergleich verschiedener Verglasungen neben dem Ug-Wert auch auf den Lt-Wert und den g-Wert. Diese drei Kennwerte zusammen geben ein vollständiges Bild der Glaseigenschaften.

Häufige Fragen zur Lichtdurchlässigkeit bei Fenstern

Die Lichtdurchlässigkeit ist bei Dreifachglas um etwa 8 bis 10 Prozentpunkte niedriger als bei Zweifachglas. In der Praxis ist dieser Unterschied im Alltag kaum wahrnehmbar, da das menschliche Auge sich hervorragend an unterschiedliche Lichtmengen anpasst. Helle Wand- und Bodenfarben verstärken die Lichtausbeute zusätzlich.

Sonnenschutzverglasungen gibt es in verschiedenen Abstufungen. Leichte Sonnenschutzgläser erreichen Lt-Werte um 60 bis 65 Prozent, stärkere Varianten liegen bei 40 bis 55 Prozent. Für Wohngebäude sollte der Lt-Wert mindestens 50 Prozent betragen, um ausreichend Tageslicht zu gewährleisten.

Der Lt-Wert misst nur den Anteil des sichtbaren Lichts, der das Glas durchdringt. Der g-Wert misst die gesamte Sonnenenergie, also sichtbares Licht plus Infrarotstrahlung und sekundäre Wärmeabgabe. Der g-Wert ist deshalb immer anders als der Lt-Wert, weil er das vollständige Energiespektrum berücksichtigt.

Die Lichtdurchlässigkeit der Verglasung selbst ist fest durch den Glasaufbau und die Beschichtungen bestimmt. Nachträgliche Änderungen sind nur durch einen Scheiben- oder Fenstertausch möglich. Die Lichtmenge im Raum lässt sich aber durch helle Wandfarben, Spiegel und den Verzicht auf schwere Vorhänge optimieren. Innovative schaltbare Verglasungen, die ihre Lichtdurchlässigkeit elektrisch verändern können, sind bislang noch im hochpreisigen Segment angesiedelt.

Zusammenfassung: Das sollten Sie über die Lichtdurchlässigkeit wissen

Die Lichtdurchlässigkeit (Lt-Wert) gibt in Prozent an, wie viel sichtbares Tageslicht durch die Verglasung gelangt. Dreifachverglasungen erreichen 70 bis 74 Prozent, der Unterschied zu Zweifachglas ist im Alltag kaum wahrnehmbar. Sonnenschutzglas verdunkelt Räume spürbar und sollte nur gezielt eingesetzt werden. Für helle Räume sind große Glasflächen und schmale Rahmenprofile wichtiger als ein maximaler Lt-Wert.

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