Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) – kurz erklärt
Ein Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein Gutachten, das ein zertifizierter Energieberater für Ihr Haus erstellt. Er analysiert den energetischen Zustand (Wärmedämmung, Heizung, Fenster, Dach) und empfiehlt Maßnahmen zur Verbesserung – mit Zeitplan, Kosten und Einsparpotenzialen. Ein iSFP erhöht die BAFA-Förderung für Fenster von 15% auf 20% und gibt Ihnen eine langfristige Sanierungsstrategie.
Was ist ein iSFP und was bringt er wirklich?
Viele Hausbesitzer kaufen Fenster, ohne zu wissen, ob das die richtige Priorität ist. Sollte ich lieber das Dach dämmen? Die Heizung erneuern? Die Außenwände? Ein iSFP antwortet auf diese Frage: Ein Energieberater bewertet Ihr ganzes Haus und erstellt einen Fahrplan – eine priorisierte Liste von Sanierungsmaßnahmen, die den größten Spareffekt bringen.
Der iSFP ist nicht nur eine Fördervorraussetzung (für +5% BAFA), sondern auch ein praktisches Werkzeug: Sie wissen danach genau, wo Ihr Haus die größten Wärmeverluste hat, welche Maßnahmen sich lohnen, und in welcher Reihenfolge Sie sinnvoll vorgehen.
Ablauf: So funktioniert die iSFP-Erstellung
1. Auswahl eines zertifizierten Energieberaters
Der Energieberater muss zertifiziert sein – in der Regel durch die DENA (Deutsche Energie-Agentur) oder die Handwerkskammer. Sie finden solche Berater auf der BAFA-Website oder bei lokalen Energieberatungsstellen. Die Qualität ist wichtig: Ein guter Berater kombiniert Theorie (Gebäudephysik) mit praktischer Erfahrung.
2. Vor-Ort-Termin und Analyse
Der Berater besucht Ihr Haus. Er überprüft: Dämmstärke der Wände (Bohrungen), Fenster und ihre Qualität, Dachaufbau (ggf. von oben), Heizungsanlage, Rohrleitungen, Fensterbank und Fassade auf Feuchtigkeitsprobleme. Er nimmt Messungen vor und fotografiert kritische Bereiche. Ein Besuch dauert typischerweise 1–3 Stunden, je nach Hausgröße.
3. Computersimulation und Energiebilanz
Der Berater erstellt ein Energiemodell Ihres Hauses – mit den aktuellen Daten (alte Fenster, unzureichende Dämmung etc.). Die Software berechnet, wie viel Heizenergie Ihr Haus im Status quo braucht. Danach simuliert der Berater verschiedene Sanierungsszenarien: Fenster austauschen – wie viel spart das? Dach dämmen? Heizung erneuern? Wand-Außendämmung? Jede Maßnahme wird durchgerechnet.
4. Fahrplan und Kostenplan
Der Berater erstellt ein Dokument – den iSFP – das enthält: Die aktuelle Energiebilanz Ihres Hauses (KWh/Jahr), eine Liste empfohlener Maßnahmen (priorisiert), ungefähre Kosten pro Maßnahme, das Einsparpotenzial pro Maßnahme, einen zeitlichen Fahrplan (was sollte in Phase 1, Phase 2 etc. gemacht werden). Das Ziel ist, das Haus Schritt für Schritt effizienter zu machen – wirtschaftlich sinnvoll und ohne Überinvestitionen.
5. Übergabe und Beratung
Der iSFP wird Ihnen übergeben – als umfassendes Dokument (meist 20–40 Seiten). Der Berater erklärt die Ergebnisse, beantwortet Fragen und gibt Hinweise, wie Sie die Maßnahmen finanzieren können (BAFA, KfW, Eigenkapital). Ein guter Berater ist auch nach dem Termin ansprechbar für Fragen.
Übrigens:
Ein iSFP ist nicht in Stein gemeißelt. Er ist eine Empfehlung – Sie entscheiden selbst, welche Maßnahmen Sie wann durchführen. Ein guter Fahrplan berücksichtigt aber auch Ihre finanzielle Situation: Wenn Sie jetzt Fenster erneuern, können Sie später das Dach anpacken – der Fahrplan hilft Ihnen, diese Abfolge zu planen.
iSFP und Fördermöglichkeiten: +5% BAFA, iSFP-Zuschuss
+5% Förderung für Fenster und andere Maßnahmen
Wenn Sie einen iSFP haben und dann eine Fensterrenovierung durchführen, erhöht sich die BAFA-Förderung von 15% auf 20%. Das sind 5 Prozentpunkte extra Zuschuss. Der iSFP zahlt sich besonders aus, wenn Sie mehrere Maßnahmen durchführen.
iSFP-Zuschuss: Förderung für die Erstellung
Die BAFA zahlt auch einen Zuschuss für die iSFP-Erstellung selbst – abhängig von der Hasgröße. Die Höhe des Zuschusses hängt von der Hausgröße ab. Sie müssen diese Förderung separat beantragen – der Energieberater kann das übernehmen.
Der iSFP-Vorteil für Fenster:
Ein iSFP ist nicht nur für Förderung wertvoll – er zeigt Ihnen auch, in welcher Phase des Sanierungsfahrplans Fenster Sinn machen. Manchmal ist es sinnvoller, erst das Dach oder die Heizung zu machen. Der iSFP hilft Ihnen, nicht in die falsche Reihenfolge zu investieren und Ihr Budget optimal einzusetzen.
Wann lohnt sich ein iSFP?
iSFP lohnt sich eher:
Größere Projekte: Mehrere Fenster (ab 10+), Dach, Heizung oder Fassade geplant. Je mehr Maßnahmen, desto mehr lohnt sich die Planung.
Alte Häuser: Bei Häusern von 1970er oder älter ist der Sanierungsbedarf meist umfassend – ein iSFP hilft, Prioritäten zu setzen.
Finanzielle Planung: Wenn Sie nur begrenzte Mittel haben und entscheiden müssen, was zuerst gemacht wird – iSFP gibt Klarheit.
iSFP lohnt sich weniger:
Kleine Projekte: Wenn Sie nur 2–3 Fenster tauschen und sonst nichts planen, lohnt sich der iSFP möglicherweise nicht.
Finanzielle Freiheit: Wenn Sie wissen, was Sie tun wollen und das Geld haben, kann iSFP redundant sein.
Praktisches Beispiel: Familie Schmidt
Familie Schmidt möchte ihre 8 Fenster austauschen. Ohne iSFP erhält sie 15% BAFA-Förderung, mit iSFP 20%. Die höhere Förderung übersteigt die Kosten für den iSFP deutlich. Zusätzlich erhält Familie Schmidt einen Fahrplan, der zeigt, dass in Phase 2 (nächstes Jahr) das Dach gedämmt werden sollte – ein wichtiges Wissen.
Vorsicht:
Ein iSFP ist nur wertvoll, wenn der Berater kompetent ist. Es gibt leider auch Energieberater, die nur ihre Standardlösung (z.B. Vollsanierung) empfehlen, ohne auf Ihre individuelle Situation einzugehen. Wählen Sie einen Berater sorgfältig – Referenzen, Erfahrung und persönliches Gespräch sind wichtig.
Tipp:
Planen Sie einen iSFP-Termin früh – am besten, bevor Sie konkrete Fenster-Angebote einholen. Der Berater kann dann auch Fenster-Qualitätsstandards empfehlen, die zu Ihrem Haus passen. Es ist ein strategischer Prozess, kein administrativer Zusatz.
Häufige Fragen zum iSFP
Ja, absolut. Der iSFP ist ein Informationsdokument – Sie müssen die Empfehlungen nicht umsetzen. Viele Hausbesitzer machen einen iSFP, um einen Überblick zu haben, und setzen dann Maßnahmen um, wenn Geld verfügbar ist. Der iSFP hat eine Gültigkeit von ca. 10 Jahren – Sie können später noch auf die Empfehlungen zurückgreifen.
Der Vor-Ort-Termin dauert 1–3 Stunden. Die Auswertung und Berichtserstellung dauern weitere 1–2 Wochen. Insgesamt: 2–3 Wochen vom Anfang bis zur Übergabe. Bei größeren Häusern kann es auch länger dauern.
Ja, KfW-Programme (z.B. KfW-Effizienzhaus) profitieren auch von einem iSFP – er zeigt die Gesamtsanierungsstrategie. Manche KfW-Programme verlangen sogar einen iSFP. Ein iSFP ist universal einsetzbar für alle Förderungen und private Sanierungsplanung.
Der iSFP ist eine Empfehlung, nicht verbindlich. Sie können später abweichen – z.B. Fenster zuerst tauschen, obwohl der iSFP das Dach vorrangig sieht. Das ist Ihre Entscheidung. Allerdings: Wenn Sie vom iSFP stark abweichen, sollten Sie einen aktualisierten iSFP anfordern (für zukünftige Förderprogramme).
Ja, verschiedene Berater können zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen – je nach Erfahrung, Software und Interpretationen. Deshalb ist die Qualität des Beraters wichtig. Ein guter Berater wird seine Ergebnisse transparent erklären. Wenn zwei iSFPs sehr stark abweichen, kann es sinnvoll sein, sie zu diskutieren oder eine zweite Meinung zu holen.
Zusammenfassung: Das sollten Sie über den iSFP wissen
Ein Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein Gutachten, das zeigt, wo Ihr Haus Schwachstellen hat und in welcher Reihenfolge Sie sinnvoll sanieren. Ein zertifizierter Energieberater erstellt ihn nach Vor-Ort-Analyse und Computersimulation. Der iSFP erhöht die BAFA-Förderung für Fenster und andere Maßnahmen von 15% auf 20% – also +5%. Die iSFP-Erstellung selbst wird ebenfalls bezuschusst. Ein iSFP lohnt sich eher für größere Projekte (ab 10 Fenstern oder mehreren Maßnahmen). Er gibt Ihnen Klarheit über Prioritäten und hilft, Geld sinnvoll einzusetzen. FeBa Fachpartner können Ihnen bei der Auswahl eines Energieberaters helfen und unterstützen den iSFP-Prozess.
Sie planen eine umfassendere Sanierung und möchten wissen, wie ein iSFP helfen kann? Kontaktieren Sie einen FeBa Fachpartner – er kann Sie zu lokalen Energieberatern verbinden und helfen, die iSFP-Förderung zu nutzen.